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PISA-Schüler bekamen Geld

02. Dez 2007 10:27, ergänzt 16:16
Geld für PISA-SChüler?
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Einige Länder haben ihre Schüler beim PISA-Test mit Geld entlohnt. Die deutschen Verantwortlichen sehen dadurch aber keine Wettbewerbsverzerrung.

Bei der PISA-Studie haben mehrere Staaten die teilnehmenden Schüler mit Geld oder sonstigen Anreizen angespornt. So hätten etwa amerikanische Schüler im vergangenen Jahr bis zu 50 Dollar pro Person für das Ausfüllen der PISA-Fragebögen bekommen, berichtete das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» unter Berufung auf ein internes Papier des deutschen PISA-Konsortiums unter Leitung des Kieler Professors Manfred Prenzel.

Das Konsortium habe Bedenken gegenüber einem solchen Vorgehen und befürchte, dass die Ergebnisse nicht mehr repräsentativ sein könnten. Dem Bericht nach bekamen Schüler in den Niederlanden 10-Euro-Gutscheine fürs Mitmachen, in Großbritannien Geld, wenn bestimmte Teilnehmerquoten erreicht wurden, und in Slowenien einen Tag schulfrei.

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Prenzel widersprach dem Bericht. Er sagte im «Tagesspiegel», in der Tat hätten sich die nationalen Projektmanager der Studie darüber ausgetauscht, wie die Teilnehmerstaaten jeweils die nötigen Stichprobengrößen erzielten: «Es ging darum, gute Ideen für eine hohe Teilnehmerquote auszutauschen», sagte Prenzel.

Es stimme aber nicht, dass er und seine Kollegen entsetzt über den Einsatz materieller Anreize gewesen sei. «Schüler, die Geld bekommen, strengen sich nicht mehr an», sagte Prenzel. Hintergrund der Anreize sei, dass die Schüler in bestimmten Ländern zum Zeitraum der PISA-Tests bereits durch eine Fülle von Prüfungen «testmüde» gewesen seien.

Diese Schüler und deren Eltern seien deshalb oft nicht motiviert, zusätzlich noch an der PISA-Studie teilzunehmen. In den USA hätten die teilnehmenden Schüler beispielsweise extra für PISA noch einmal am Nachmittag in die Schule kommen müssen.

Finanzielle Anreize bringen nicht viel

Aus Sicht der PISA-Forscher habe es überhaupt keine Wirkung auf die Testergebnisse, wenn Schüler für ihre Teilnahme Geld erhielten, betonte Prenzel: «Das verzerrt die Ergebnisse in keiner Weise.» Das habe eine Kontrolluntersuchung des damaligen nationalen Leiters Jürgen Baumert bereits für Pisa 2000 ergeben. Prenzel hält es für kaum möglich, dass Länder sich beim PISA-Test Vorteile verschaffen können: «Es gibt zu viele Kontrollen», sagte er. Das Monitoring sei «sehr genau» und «pingelig».

Die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) wies unterdessen die Angriffe deutscher Bildungspolitiker auf den PISA-Koordinator Andreas Schleicher zurück und sprach ihm das Vertrauen aus. Schleicher sei «in verunglimpfender Art und Weise angegriffen worden», kritisierte die OECD-Direktorin für Bildung, Barbara Ischinger. «Wir weisen diese Angriffe mit Entschiedenheit zurück und bedauern, dass hierdurch die konstruktive Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik und der OECD im Bereich der Bildungsanalysen völlig unnötig belastet wird.»

Streit um Schulsystem

Schleicher sei «ein weltweit anerkannter Bildungsforscher, der sich nicht nur mit der Entwicklung und Koordinierung des PISA-Programms große Verdienste erworben hat», betonte Ischinger. «Er genießt unser uneingeschränktes Vertrauen.» Schleicher hatte am Mittwochabend nach dem verfrühten Bekanntwerden der neuen PISA-Studie zu den Ergebnissen Stellung genommen und erklärt, diese seien nicht unbedingt als Erfolg zu werten, da die Ergebnisse nicht vergleichbar mit denen früherer Studien seien.

Beides werfen ihm nun Bildungspolitiker der Union vor, die teilweise auch seinen Rücktritt gefordert haben. Schleicher hat in der Vergangenheit wiederholt das gegliederte Schulsystem in Deutschland kritisiert und sich damit schon mehrfach Kritik vor allem von Bildungspolitikern der Union eingehandelt. (nz/AP)

 
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