29. Nov 2007 15:04
Die Bildungsreformen sind nach Meinung der Kultusminister spürbar. Die Gewerkschaft GEW warnt dagegen vor zu viel Euphorie.
Der Präsident der Kultusministerkonferenz, der Berliner Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD), sagte im rbb-Inforadio, erste Erfolge der Bildungsreformen seien spürbar. Die IGLU-Ergebnisse lieferten den Beweis, dass sich Engagement für eine bessere Schule lohne. Die Nachteile von hochintelligenten Arbeiterkindern beim Übergang von der Grundschule auf das Gymnasium bezeichnete er als «Herausforderung».Die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke, Nele Hirsch, sagte, Kinder aus finanzschwachen Schichten blieben weiter auf der Strecke. An diesem «Skandal des deutschen Bildungssystems» habe sich nichts geändert.
Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnte die Kultusminister vor «zu viel Ephorie». Die großen Probleme des Schulsystems seien bei weitem nicht gelöst, sagte GEW-Vizevorsitzende Marianne Demmer in einem dpa-Gespräch. Nach wie vor sei in keinem anderen vergleichbaren Industriestaat die Abhängigkeit zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg so groß wie in Deutschland. Dies habe erneut auch die IGLU-Grundschulstudie bestätigt. Auch bei den PISA-Ergebnissen dürften jetzt nicht «Äpfel mit Birnen» verglichen werden.