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Kultusminister empört über PISA-Koordinator

29. Nov 2007 14:03
Vermutlich besser als Mittelmaß: deutsche Schüler
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Die Aussagen des PISA-Koordinators zum Abschneiden der deutschen Schüler haben Unionspolitiker und Lehrer hart getroffen. Ihm werden Schamlosigkeit und ideologische Interessen vorgeworfen.

Die vorzeitige Veröffentlichung und Kommentierung der aktuellen PISA-Ergebnisse hat zu heftigen Reaktionen bei deutschen Kultusministern geführt. Der Generalsekretär der Kultusministerkonferenz (KMK), Erich Thies, forderte die Organisation für wirschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) auf, Konsequenzen zu ziehen. «Dass Herr Schleicher vor Ablauf der Sperrfrist eine Bewertung der neuen Pisa-Studie vorgenommen hat, ist ein politischer Skandal», sagte Thies der Tageszeitung «Die Welt». Schleichers Verhalten sei inkorrekt und schamlos.

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  • Zuvor hatte eine spanische Zeitung die Rangliste der PISA-Studie 2006 veröffentlicht. Deutschland hat sich demnach im Vergleich zur vorangegangenen Studie um 4 Plätze auf den 13. Platz verbessert. In der Punktzahl liegt Deutschland damit über dem internationalen Durchschnitt.

    Der PISA-Koordinator der OECD, Andreas Schleicher, hatte daraufhin gesagt, dass dies keine Verbesserung Deutschlands darstelle. Beide Tests seien wegen ihrer geänderten Aufgabenstruktur nicht vergleichbar. Das jüngste Testverfahren habe bestimmte Stärken von deutschen Schülern begünstigt, sagte Schleicher.

    «Pisa-Testerei»

    Die Reaktionen bei Kultusministern und Lehrern kochen indes hoch: «Wenn das OECD-Konsortium diejenigen mit hohen Konventionalstrafen bedroht, die vorab Informationen herausgeben, und dann ein OECD-Vertreter selbst mit Aussagen vorab an die Öffentlichkeit geht, ist das ein einmaliger Vorgang», sagte die Sprecherin der CDU/CSU-Kultusminister, Karin Wolff aus Hessen, der «Welt». Schleicher müsse deshalb von seinen Aufgaben bei der OECD entbunden werden, forderte sie.

    «Aus ideologischen Gründen» könne Schleicher wohl nicht ertragen, wenn Deutschland durch erhebliche pädagogische Reformen besser geworden sei und sich nicht auf das Gleis der Schulstrukturdebatte begeben habe, sagte Wolff. Der Deutsche Lehrerverband reagierte ebenfalls empört. «Für den OECD-Mann Schleicher sind offenbar nur schlechte Ergebnisse gute Ergebnisse», sagte Verbandspräsident Josef Kraus. Im übrigen müsse sich die OECD fragen lassen, warum sie einen Test konstruiere, der über drei Jahre hinweg nicht vergleichbar sei. «Wenn das so wäre, dann hat die ganze Pisa-Testerei die Hälfte ihres Werts verloren», sagte Kraus.

    Die Pisa-Studie soll offiziell am 4. Dezember vorgestellt werden. Bis dahin gilt eine Sperrfrist. Wenn ein OECD-Mitgliedsland die Sperrfrist durchbricht, kann es sanktioniert werden. Die Organisation selbst allerdings hat nach Durchsickern der Studie die Kernergebnisse am Donnerstag und damit fünf Tage früher als geplant mitgeteilt. (nz/AP)

     
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