Die Reaktionen bei Kultusministern und Lehrern kochen indes hoch: «Wenn das OECD-Konsortium diejenigen mit hohen Konventionalstrafen bedroht, die vorab Informationen herausgeben, und dann ein OECD-Vertreter selbst mit Aussagen vorab an die Öffentlichkeit geht, ist das ein einmaliger Vorgang», sagte die Sprecherin der CDU/CSU-Kultusminister, Karin Wolff aus Hessen, der «Welt». Schleicher müsse deshalb von seinen Aufgaben bei der OECD entbunden werden, forderte sie.«Aus ideologischen Gründen» könne Schleicher wohl nicht ertragen, wenn Deutschland durch erhebliche pädagogische Reformen besser geworden sei und sich nicht auf das Gleis der Schulstrukturdebatte begeben habe, sagte Wolff. Der Deutsche Lehrerverband reagierte ebenfalls empört. «Für den OECD-Mann Schleicher sind offenbar nur schlechte Ergebnisse gute Ergebnisse», sagte Verbandspräsident Josef Kraus. Im übrigen müsse sich die OECD fragen lassen, warum sie einen Test konstruiere, der über drei Jahre hinweg nicht vergleichbar sei. «Wenn das so wäre, dann hat die ganze Pisa-Testerei die Hälfte ihres Werts verloren», sagte Kraus.