29. Nov 2007 13:39
Die neue IGLU-Studie hat vor allem eins gezeigt: In Deutschland entscheidet bereits in der Grundschule die Herkunft über das Bildungsniveau. Das sei eine «unentschuldbare Ungerechtigkeit», meint Bundespräsident Köhler.
Die Vernachlässigung von Talenten zum Beispiel aus Zuwandererfamilien werde die Gesellschaft «in Zukunft empfindlich spüren». Bei der Bildung dürfe niemand zurückgelassen werden. Jeder müsse die bestmögliche Förderung erhalten.In kaum einen anderen Land haben es Migrantenkinder bereits in der Grundschule so schwer wie in Deutschland. Ähnlich negativ ist hier zu Lande bereits bei Viertklässlern der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg. Schüler aus den unteren und oberen sozialen Schichten unterscheiden sich in ihren Leseleistungen erheblich.
Nach der aktuellen IGLU-Studie, die die Leseleistung von Viertklässlern vergleicht, haben Kinder, die aus so genannten bildungsnahen Elternhäusern kommen, einen deutlichen Leistungsvorteil gegenüber Kindern aus Arbeiter- oder Migrantenfamilien. Der Studie zufolge fällt dieser Vorsprung deutlich größer aus als im internationalen Mittel. Allerdings hat sich hier seit 2001 der Abstand zwischen beiden Gruppen von 55 auf 48 Punkte verringert. In Frankreich beträgt er 35 Punkte, in Schweden 37, in England 48 Punkte. (nz/AP)