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Deutschland lässt Bildungswesen schönrechnen

29. Nov 2007 12:39, ergänzt 14:43
Kompetenz in Umwelt- und Naturfragen
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Die OECD hat die Anforderungen für den Schultest PISA nach deutschen Wünschen verändert. Jetzt sind deutsche Schüler auch überdurchschnittlich gut.

Deutsche Schüler haben beim aktuellen PISA-Test statistisch besser abgeschnitten als vor sechs Jahren. Wie vorab bekannt wurde, belegte Deutschland in der OECD-Studie den 13. Platz. Teilgenommen haben 15-Jährige aus 57 Ländern. Die Deutschen sind damit vier Ränge über der Platzierung vom letzten Test und auch deutlich über dem Durchschnitt.

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Allerdings bedeutet das nicht, dass sich die deutschen Teenager tatsächlich verbessert haben. OECD-Generalsekretär Angel Gurría sagte, es sei zu beachten, «dass im Bereich Naturwissenschaften ein direkter Vergleich mit früheren Ergebnissen nicht möglich ist, da sich durch die Setzung des Schwerpunktes Umfang und Struktur des Tests stark verändert haben».

Dennoch zeige sich, dass Länder wie Deutschland und Österreich deutlich besser abschnitten als bei früheren Studien. Auch Österreich und die Schweiz erzielten Ergebnisse, die statistisch signifikant über dem OECD-Mittel liegen. Angel Gurría betonte die Bedeutung der PISA-Studie als Orientierungspunkt für die Entscheidungen der Regierungen in der Bildungspolitik. PISA sei weit mehr als ein bloßes Länder-Ranking. Es gehe bei der Studie vielmehr darum, inwieweit die einzelnen Bildungssysteme Jugendliche auf die Welt von morgen vorbereiten. Die Studie zeige den Ländern, wo ihre Stärken und Schwächen seien.

Daten & Fakten:

Die Abkürzung PISA steht für «Programme for International Student Assessment». Dahinter verbirgt sich der weltweit größte Schulleistungstest. Am dritten Testdurchlauf im Frühjahr 2006, der jetzt zur Veröffentlichung ansteht, hatten sich weltweit 57 Nationen beteiligt, darunter alle 30 in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zusammengeschlossenen Industriestaaten. Der erste Test war 2000, der zweite 2003. Weltweit arbeiten mehr als 300 Wissenschaftler und ihre Mitarbeiter an Erstellung und Auswertung des Tests. Die Federführung liegt bei der OECD in Paris. PISA untersucht die Kompetenz der Schüler, lebensnahe Aufgaben zu lösen. Neben den Leistungen werden familiärer, sozialer und schulischer Hintergrund der Schüler erfasst sowie Motivation, Lernmethoden und Unterstützung durch die Lehrer untersucht. In Deutschland haben 1516 Schulen am dritten PISA-Test im Frühjahr teilgenommen.

Das neue Testverfahren habe bestimmte Stärken deutscher Schüler begünstigt, sagte OECD-Bildungskoordinator Andreas Schleicher dem Online-Portal tagesschau.de. In den vergangenen PISA-Tests aus den Jahren 2000 und 2003 lagen die Schwerpunkte auf der Kompetenz im Lesen und Rechnen. In der aktuellen Studie war nun das Wissen in Naturwissenschaften und Umwelt gefragt. Dazu war das gesamte Aufgabenspektrum umgestellt worden - womit laut OECD auch deutschen Wünschen entsprochen wurde. Die 30 OECD-Industrieländer und 27 Partnerländer legten Schülern im Alter von 15 Jahren einen Fragenkatalog vor. Nicht jeder Schüler kam auf den Prüfstand, sondern lediglich 400.000 von 20 Millionen möglichen Kandidaten.

Die offizielle Präsentation der Studie war für den 4.Dezember vorgesehen. Allerdings druckte die spanische Lehrerzeitung «Magisnet» das Zahlenwerk vorab. Danach landet Finnland mit 563 Punkten wie vor vier Jahren auf Platz eins. Es folgen Hongkong (542 Punkte), Kanada (534 Punkte) und Taiwan (532 Punkte). Deutschland erzielte 516 Punkte. Damit haben die deutschen Schüler signifikant höher abgeschnitten als der Durchschnitt, der 500 Punkte bekam, wie der OECD-Sprecher sagte. Nach Lesart der PISA-Forscher entsprechen 30 Punkte dem Lernfortschritt von einem Jahr.

Mehr im Internet:
Mit der Langzeitstudie soll nicht herausgefunden werden, ob die Jugendlichen auch das gelernt haben, was die Lehrpläne jedes Landes vorschreiben. «PISA misst Kompetenzen, nicht die bloße Wiedergabe von Lehrplanwissen», sagte Karin Zimmer, Leiterin des PISA-Teams im OECD-Bildungsdirektorat in Paris. Konkret will man wissen, ob die Schüler gegen Ende ihrer Pflichtschulzeit Kenntnisse und Fertigkeiten haben, um alltägliche Herausforderungen zu bewältigen. (nz/dpa/AP)
 
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