29. Nov 2007 12:26, ergänzt 12:38
In der Familienförderung liegt Deutschland im internationalen Vergleich vorn, aber bei der Kinderbetreuung fehlt es noch. Ein weiteres Minus: Auffallend wenige Alleinerziehende sind erwerbstätig.
Für die Familienförderung wendet Deutschland laut des am Donnerstag veröffentlichten OECD-Ländervergleichs drei Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf - und damit mehr als die 24 OECD-Länder, für die Daten verfügbar sind und die im Schnitt 2,4 Prozent ausgeben. Für Dienstleistungen, etwa zur Kinderbetreuung, gibt Deutschland allerdings nur 0,77 Prozent des BIP aus, während es im OECD-Durchschnitt 0,9 Prozent sind. In den nordischen Ländern, Frankreich und den Niederlanden, die in ähnlichem Umfang wie Deutschland Familien unterstützen, werden für Dienstleistungen zwischen 40 und 60 Prozent des Gesamtbudgets der Familienförderung ausgegeben; in Deutschland sind es nur 25 Prozent.
Die geringen Aufwendungen schlagen sich auch im Angebot nieder: So stehen in Deutschland laut Ländervergleich nur für neun Prozent der Kleinkinder bis drei Jahre Betreuungsplätze zur Verfügung. Im OECD-Mittel sind es 23 Prozent. Das Problem hat die Bundesregierung bereits in Angriff genommen. Bis 2013 will sie die Zahl der Betreuungsplätze für Kleinkinder verdreifachen und danach einen Rechtsanspruch einführen. Die Zahlen der OECD zeigen, wie wichtig dies ist.