BND-Präsident Ernst Uhrlau bemühte sich damals um Schadensbegrenzung und entschuldigte sich zügig. Dabei suchte er auch das persönliche Gespräch. Wenige Wochen nach dem Bekanntwerden der Affäre sei er von Uhrlau empfangen worden, schildert Förster. «Er hat sich persönlich entschuldigt.» Im Gespräch habe er erfahren, was der Leipziger Journalist über ihn gesammelt habe. «Manche Aussagen stimmen. Andere treffen nicht zu», berichtet der Familienvater. Darum sei es ihm wichtig, selbst in die Unterlagen zu schauen. Kennengelernt hat Förster den Freiberufler eigenen Angaben zufolge in den 1990er Jahren bei Recherchen über die russische Mafia. «Wir hatten einen kollegialen Kontakt», berichtet er. Bis zuletzt sei man aber beim «Sie» geblieben. Private Treffen habe es - trotz Versuchen des Leipzigers - nicht gegeben.
Eine Erklärung, warum er für den BND wichtig gewesen sein könnte, hat Förster nicht. Nur eine Ahnung: Er sieht Verbindungen zu seiner Berichterstattung über den Prozess gegen den Buchautor Norbert Juretzko. Der frühere BND-Mitarbeiter musste sich wegen Geheimnisverrats vor Gericht verantworten. Der Geheimdienst hatte nach Erscheinen seines Buches «Bedingt dienstbereit» Anzeige erstattet, weil er in seiner Abrechnung mit dem BND unter anderem Dienstnamen von Mitarbeitern genannt hatte. Im Sommer vergangenen Jahres wurde Juretzko jedoch freigesprochen. (Marion van der Kraats, dpa)