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Machtwechsel in Berlins jüdischer Gemeinde

26. Nov 2007 12:38
Die Kuppel der Synagoge in Berlin-Mitte
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Bei der Wahl zum Parlament setzte sich die Gruppe um die frühere Vorsitzende der Jüdischen Frauen-Organisation Wizo durch. Das nährt die Hoffnung auf ein Ende der jahrelangen Querelen.

Bei der Repräsentantenwahl der Jüdischen Gemeinde zu Berlin hat sich am Sonntag die Gruppierung Atid durchgesetzt. Das neue Wahlbündnis verfügt nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis über 13 der 21 Sitze. Damit wird Atid auch den Vorsitz der Gemeinde übernehmen. Initiatorin der Gruppe ist die ehemalige Vorsitzende der jüdischen Frauen-Organisation Wizo in Deutschland, die 61-jährige Lala Süsskind. «Transparenz, Wahrung der Einheitsgemeinde, Stärkung jüdischen Lebens und Ansehen in der Öffentlichkeit» sind die Ziele, die das Bündnis für die größte jüdische Gemeinden Deutschlands durchsetzen will.

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Der bisherige Vorsitzende Gideon Joffe vom Wahlbündnis Hillel erreichte lediglich Platz 17 und verfügt nur noch über fünf Sitze. Ursprünglich wollte bei Hillel auch der Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer, kandidieren. Kramer musste sich nach einer Intervention der Zentralrats-Spitze jedoch zurückziehen, weil seine Kandidatur nicht abgestimmt war.

Drei Sitze entfallen auf die Gruppierung Neue Namen, zwei auf Einzelbewerber. Zur Wahl waren insgesamt fünf Einzelbewerber angetreten, darunter der ehemalige Gemeindevorsitzende Alexander Brenner, dem derzeitigen Vorstandsmitglied Josef Eljaschewitsch und die Vorsitzende des Schulausschusses Jael Botsch-Fitterling. Die weiteren der 21 Kandidaten vertraten vier verschiedene Wahlbündnisse, die sich im Vorfeld der Wahl neu gründeten.

Misstrauensantrag knapp gescheitert

Joffes Stellvertreter Arkadi Schneiderman, russischer Zuwanderer, einstiger Anhänger und heute Gegner Joffes, bildete das Bündnis Tachles. In der Berliner Gemeinde liefern sich die Lager der zugewanderten osteuropäischen Juden mit den Alteingesessenen teils heftige Auseinandersetzungen. In den letzten Jahren verließen mehrere Gemeindevorsitzende entnervt ihre Posten. Ein Misstrauensantrag gegen Joffe scheiterte nur knapp. Ihm war finanzielles Missmanagement vorgeworfen worden. Alle Kandidaten haben sich ein Ende der internen Querelen auf die Fahnen geschrieben.

Am Sonntag konnten die 9700 Wahlberechtigten der insgesamt 12.000 Gemeindemitglieder ihre Stimmen in 15 Berliner Wahllokalen abgeben. Wie viele Menschen sich tatsächlich beteiligt haben, war am Sonntagabend noch nicht abzusehen. 2006 lag die Wahlbeteiligung bei 35 Prozent. (nz/dpa)

 
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