23. Nov 2007 12:44
Vier Rechtsextreme attackierten im sächsischen Mittweida ein sechsjähriges Spätaussiedler-Kind. Als eine junge Frau zu Hilfe eilte, griff einer der Männer zu seinem Messer.
Einer der Tatverdächtigen sei festgenommen worden, hieß es weiter. Allerdings habe das zuständige Amtsgericht Chemnitz noch keinen Haftbefehl erlassen. Der Tatverdacht sei noch nicht ausreichend nachweisbar. Den Ermittlungen nach hatten die vier Männer die 17-Jährige zu Boden geworfen, nachdem die junge Frau sie aufgefordert hatte, das kleine Mädchen in Ruhe zu lassen. Während drei der Männer die Jugendliche festhielten, soll ihr der vierte mit einem skalpellähnlichen Gegenstand das Hakenkreuz in die Hüfte geschnitten haben. Der Versuch, der jungen Frau eine Rune in die Wange zu schneiden, scheiterte an der heftigen Gegenwehr der 17-Jährigen. Zahlreiche Menschen sollen nach Schilderung der jungen Frau auf den Balkonen umliegender Häuser den Überfall mitverfolgt haben. Die Jugendliche offenbarte sich erst später ihrer Mutter, die schließlich mit ihr zur Polizei ging. Zugetragen hatte sich die Gewalttat bereits Anfang November. Beamten des Staatsschutzes gelang es, das kleine Mädchen ausfindig zu machen, das die Täter zunächst angegriffen hatten. Das Kind habe die Aussage der 17-Jährigen bestätigt.
Schließlich konnte die Polizei den 19-Jährigen aus dem Raum Burgstädt ermitteln, der die 17-Jährige mit festgehalten haben soll. Als sie sein Zimmer in der elterlichen Wohnung durchsuchten, fanden sie unter anderem verdächtige Datenträger und nahmen sie mit. Die 17-Jährige hatte bei zwei der Angreifer Bomberjacken mit NSDAP-Aufnähern erkannt. Die Polizei sucht jetzt nach möglichen Zeugen. (nz/AP)