22. Nov 2007 15:13
Trotz des Durchbruchs internationaler Forscher will die Wissenschaftsministerin das deutsche Stammzellgesetz modifizieren. Deutsche Forscher sollen es dann leichter haben.
Deutsche Forscher sollten in Ausnahmefällen mit embryonalen Stammzelllinien arbeiten können, um mit diesem Wissen in der Forschung mit ethisch unbedenklichen adulten Stammzellen weiterzukommen, sagte Schavan der Wochenzeitung «Rheinischer Merkur« und bekannte sich damit zu einer Fortsetzung der Stammzellforschung. «Es muss das Ziel aller Forschung sein, zu Quellen für Stammzelllinien außerhalb der Embryonenforschung zu kommen», argumentierte die Ministerin. Bei dem «deutschen Sonderweg» müsse es bleiben, so Schavan. Doch sie könne es nicht verantworten, dass das für die Forschung mit adulten Stammzelllinien erforderliche Wissen in Deutschland nicht mehr zustande kommen könne.
Wie diese Woche bekannt wurde, hatten US- und japanische Wissenschaftler unabhängig voneinander menschliche Hautzellen so verwandelt, dass sie in ihren Eigenschaften embryonalen Stammzellen stark ähnelten. Aus der deutschen Wissenschaft gibt es seit längerem Forderungen, den Stichtag zu verschieben, generell zu streichen oder eine Einzelfallprüfung einzuführen. Dabei wird argumentiert, es stünden wegen Verunreinigung immer weniger Zellen zur Verfügung.
Der Leiter des Deutschen Krebsforschungszentrums, Otmar Wiestler, verlangte einen «rollenden Stichtag» für den Import embryonaler Stammzellen. Wiestler sagte am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur, es gebe heute sehr viel bessere menschliche Stammzelllinien als die vor 2001 gewonnenen. (nz/epd)