21.11.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Gabriele Pauli ist parteilos und hat schon wieder zwei neue Angebote.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Seitdem bekannt ist, dass Gabriele Pauli die CSU verlassen will, erhält sie schon Angebote von den Freien Wählern und den Grünen. Nur die SPD ist zögerlich.
Nach ihrer Ankündigung, aus der CSU austreten zu wollen, wird die Fürther Landrätin Gabriele Pauli von Parteien umworben. Die Freien Wähler in Bayern sehen sie bereits als mögliches Zugpferd für ihre Partei. Nach ihrem Austritt aus der CSU könne sie grundsätzlich Mitglied der Freien Wähler werden, sagte die mittelfränkische FW-Bezirksvorsitzende Karin Knorr: «Ein Zugpferd wäre sie mit Sicherheit. 18 Jahre Landrätin, das ist ein Potenzial, das sie mitbringt.»
Zunächst aber müsse sich Pauli über ihre Pläne klar werden. Falls sie bei den Freien Wählern mitmachen wolle, müsse man prüfen, ob die Positionen zusammenpassten. Einen Schnellschuss werde es nicht geben. Die Freien Wähler hoffen, 2008 den Sprung in den bayerischen Landtag zu schaffen.
Die bayerischen Grünen zeigen sich ebenfalls offen für die ehemalige CSU-Politikerin. «Wenn sie bei einer Partei eintreten will, die keine Probleme mit modernen Frauen hat und über eine offene Diskussionskultur verfügt, ist sie bei uns herzlich willkommen», sagte ihr Sprecher Alexander Burger.
Die Grünen würden aber nicht aktiv um Pauli werben. «Wir werden ihr jetzt kein Aufnahmeformular zuschicken, tun das aber gerne, falls sie Interesse signalisiert.» Der Schritt Paulis komme nicht überraschend, weil sich in ihr einiger Frust aufgebaut habe. Allerdings habe die Landrätin mit ungeschicktem Taktieren zu dieser Entwicklung beigetragen.
Die bayerische SPD zeigt der «CSU-Rebellin» dagegen die kalte Schulter. «Wir können uns nicht vorstellen, dass Frau Pauli in der SPD eine politische Heimat findet», sagte die stellvertretende Landesvorsitzende Adelheid Rupp. Schließlich habe Pauli keine Probleme gehabt, sich über viele Jahre hinweg mit den politischen Inhalten der CSU zu identifizieren. «Erstaunlich ist nur, dass es so lange gedauert hat, bis sie die Konsequenzen aus der Spitzelaffäre gezogen hat», sagte Rupp.
«Sehr interessante Politikerin»Der stellvertretende CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hat den Parteiaustritt der Fürther Landrätin Gabriele Pauli bedauert. «Es ist schade, weil Frau Pauli über sehr lange Zeit eine sehr interessante und erfolgreiche Politikerin bei uns war», sagte Seehofer dem Bayerischen Rundfunk. Pauli sei immerhin fast 20 Jahre Landrätin mit hervorragenden Wahlergebnissen und großem Erfolg für ihren Landkreis gewesen.
«Sie ist eine sehr qualifizierte Frau, so habe ich sie immer erlebt», sagte der Bundeslandwirtschaftsminister. «Und leider Gottes hat sich das in den letzten Wochen persönlich so verhärtet. Allerdings hat sie einen Teil dazu beigetragen, dass es jetzt dieses Ende nimmt.» (AP/dpa)