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Islamisten drohen Deutschland per Video

20. Nov 2007 18:04, ergänzt 19:31
Screenshot des islamistischen Drohvideos
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Eine der Terrororganisation Al Qaeda nahestehende Gruppe hat in einem Video Deutschland und Österreich gedroht. Laut Innenminister Schäuble sei es ernst zu nehmen, ändere aber nichts an der Sicherheitslage.

Islamisten haben Deutschland und Österreich in einer Videobotschaft indirekt mit Anschlägen gedroht, falls sie ihre Soldaten nicht aus Afghanistan abziehen. Das dem Österreichischen Rundfunk (ORF) zugespielte Video richtet sich laut Angaben des Senders in erster Linie an die deutsche Bundesregierung. Nach Ansicht von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist das Video ernst zu nehmen. Es verändere aber nicht die Einschätzung der Sicherheitslage, sagte er am Dienstag.

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«Die Bundesrepublik Deutschland ist wie alle westlichen Länder in das Blickfeld des internationalen Terrorismus geraten«, sagte Schäuble und warnte vor einer Überbewertung. Er plädiere für Gelassenheit und Entschlossenheit. «Wir beschäftigen uns damit, aber wir sollten uns auch nicht davon zu sehr beeindrucken lassen.» Nach Einschätzung des Bundeskriminalamts (BKA) ist das Video echt. Es enthalte aber keine konkrete Bedrohung und ändere nichts an der Einschätzung der Sicherheitslage, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke. Es gebe keinen Anlass für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, man solle das Video nicht überbewerten.

Das dem Österreichischen Rundfunk zugespielte Video fordert nach Angaben des Senders den Abzug deutscher und österreichischer Soldaten aus Afghanistan und die Freilassung zweier in Wien festgenommener Islamisten. Andernfalls wird mit Anschlägen gedroht. Der ORF wollte das Video am Abend ausstrahlen.

Urheber des Videos soll eine Gruppe namens Global Islamic Media Front (Globale islamische Medien-Front, GIMF) sein. Dabei soll es sich um eine der Terrororganisation Al Qaeda nahestehende Organisation handeln. Nach Beobachtungen deutscher Verfassungsschützer betätigt sie sich vor allem im Internet. Bereits im Frühling dieses Jahres hatte die Gruppe den Rückzug von knapp 3000 deutschen Nato-Soldaten aus Afghanistan verlangt und mit Anschlägen gedroht.


Konkrete Gefahr «nicht erkennbar»

Nach Meinung des Wiener Innenministeriums ist «eine konkrete Gefahr» durch das Video «nicht erkennbar». Unter anderem heißt es dort: «Die deutschen Soldaten besetzen immer noch Afghanistan, und wir wiederholen den Aufruf aus dem letzten Video, dass Deutschland seine Truppen aus Afghanistan abziehen soll. Dies dient nur zu Eurer eigenen Sicherheit in Eurem Lande.»

Dasselbe, so die Extremisten, gelte auch für Österreich: «Die Mudschahedin haben Euch bisher noch verschont, deshalb ist die Zahl Eurer Getöteten nicht besonders hoch. Doch dies wird bald anders sein, da die Taliban eine Winter-Offensive angekündigt haben, und diese Offensive erstreckt sich auch auf den Norden.» Österreich ist in Afghanistan nur mit wenigen Militärberatern vertreten.

Offene Drohung gegen Österreich

Die österreichische Regierung wird auch aufgefordert, zwei im September in Wien festgenommene Islamisten freizulassen. Offen drohen die Verfasser: «Wir fordern Euch auf, die in Wien festgenommenen Geschwister sofort freizulassen - sonst werdet Ihr es noch bereuen, dass Ihr es gewagt habt, Muslime in Eure Gefängnisse einzusperren!»

Die österreichischen Behörden hatten Mitte September nach monatelangen Untersuchungen zwei Männer sowie eine Frau mit Al-Qaeda-Hintergrund festgenommen. Sie sollen an der Produktion des ersten Videos mit Drohungen gegen Deutschland und Österreich beteiligt gewesen sein. (dpa)

 
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