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Kirche wirft Dignitas gezielten Rechtsbruch vor

20. Nov 2007 07:57
Einem unheilbar Kranken soll bei seinem Suizid geholfen werden
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Die Schweizer Sterbehilfe-Organisation Dignitas plant einen «assistierten Suizid» in Deutschland. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Bischof Huber, hält das Vorhaben für «inakzeptabel».

Die Schweizer Sterbehilfe-Organisation Dignitas gerät mit ihrem Plan, in Deutschland einem Schwerkranken beim Suizid zu helfen, immer mehr in die Kritik. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, bezeichnete das Vorhaben, in Deutschland Präzedenzfälle für Sterbehilfe zu schaffen, als gezielten Rechtsbruch.

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«Hier wird versucht, das Verbot der Tötung auf Verlangen aufzuweichen, das ist inakzeptabel», sagte Huber der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung». Der Plan von Dignitas verstoße gegen deutsches Recht wie auch gegen die ärztliche Standesethik.

Die Große Koalition will mit scharfen Gegenmaßnahmen auf den Plan der Sterbehilfe-Organisation reagieren. «Wir werden das Treiben von Dignitas in Deutschland beenden», kündigte der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, an. Die Rechtslage sei dafür völlig ausreichend. «Mit dem Tode von schwerkranken Menschen treibt man keine Geschäfte. Ich erwarte, dass die zuständigen Behörden Dignitas das Handwerk legen», sagte Wiefelspütz der «Rheinischen Post».

Präzedenzfall angestrebt

Aktive und gewerbsmäßige Sterbehilfe sei mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Wiefelspütz: «Wenn Dignitas es hier darauf ankommen lässt, dann werden wir diese Herausforderung annehmen.»

Auch der CDU-Gesundheitspolitiker Hubert Hüppe forderte «knallhartes durchgreifen». Wenn Dignitas tatsächlich ein Tötungsdelikt vorbereite, müssten die Sicherheitsbehörden schon präventiv eingreifen. Hüppe forderte, jetzt alle juristischen Schritte für ein Verbot von Dignitas zu prüfen.

Der Berliner Urologe und Dignitate-Vorstand Uwe-Christian Arnold hatte der «Frankfurter Rundschau» gesagt, dass seine Organisation in Deutschland ein Präzedenzfall schaffen wolle. Man habe einen deutschen Arzt im Ruhestand gefunden, der mit der geplanten Aktion nicht seine ärztliche Zulassung riskiere. Wo die Sterbehilfe stattfinden soll, wollte Arnold nicht verraten.

Man wolle einen «hieb- und stichfesten Fall» dokumentieren, «sonst kommen wir nicht weiter». Ziel sei es, den ärztlich assistierten Freitod aus der rechtlichen Grauzone herauszuholen. Schon in den ersten Monaten 2008 werde es soweit sein, sagte Arnold bei «stern.de». Es werde ein »assistierter Suizid« sein. (nz/dpa)

 
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