19. Nov 2007 15:21
Volker Beck darf den Kölner Kardinal Meisner nicht mehr als «selbstgerechten Hassprediger» bezeichnen. Für den Grünen-Politiker ist das eine «Frage der Meinungsfreiheit», deshalb wehrt er sich dagegen.
Meisner habe in einer Predigt am 7. Oktober unter anderem gesagt: «Alle sogenannten alternativen Modelle des menschlichen sexuellen Zusammenlebens sind aber unwahr und darum für den Menschen im Kern verderblich. Die Menschheit richtet sich hier selbst zugrunde.» Eine Abtreibung mache eine Frau älter als ein halbes Dutzend Geburten. Diese Äußerungen diskriminierten Frauen, die abgetrieben haben, wiederverheiratete Geschiedene, nichteheliche Lebensgefährten und Homosexuelle, sagte Beck. «Es kann nicht sein, dass Äußerungen eines Kardinals gegenüber scharfer öffentlicher Kritik sakrosankt sind, wenn er ganze Gruppen von Menschen in seinen Predigten angreift.» Das Landgericht Köln war der Auffassung des Erzbistums gefolgt, wonach Becks Äußerung eine «Beleidigung und ein Angriff auf die Ehre des Kardinals» sei. Fraktionschefin Renate Künast und Parteichef Reinhard Bütikofer hatten sich von der Wortwahl Becks distanziert.
Erst kürzlich war die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth mit dem Augsburger Bischof Walter Mixa aneinandergeraten. Roth hatte Mixa als einen «durchgeknallten, spalterischen Oberfundi» bezeichnet und ihn später mit dem kambodschanischen Diktator Pol Pot in Verbindung gebracht. Kurz darauf distanzierte sie sich jedoch von ihren Äußerungen. (nz/dpa)