Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Beck will Meisner «Hassprediger» nennen dürfen

19. Nov 2007 15:21
Volker Beck
Bild vergrößern
Volker Beck darf den Kölner Kardinal Meisner nicht mehr als «selbstgerechten Hassprediger» bezeichnen. Für den Grünen-Politiker ist das eine «Frage der Meinungsfreiheit», deshalb wehrt er sich dagegen.

Der Streit zwischen Grünen-Politikern und katholischen Bischöfen geht in eine neue Runde: Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, wehrt sich dagegen, dass er Erzbischof Kardinal Joachim Meisner nicht mehr als «selbstgerechten Hassprediger» kritisieren darf. Beck reichte vor dem Landgericht Berlin Klage ein. Damit reagiert der Politiker gegen eine vom Erzbistum Köln erwirkte Einstweilige Verfügung. Dennoch wolle er die strittige Kritik an Meisner nicht mehr äußern, versicherte Beck am Montag in Berlin. Allerdings handele es sich dabei um eine «Frage der Meinungsfreiheit».

Mehr in der Netzeitung:
Meisner habe in einer Predigt am 7. Oktober unter anderem gesagt: «Alle sogenannten alternativen Modelle des menschlichen sexuellen Zusammenlebens sind aber unwahr und darum für den Menschen im Kern verderblich. Die Menschheit richtet sich hier selbst zugrunde.» Eine Abtreibung mache eine Frau älter als ein halbes Dutzend Geburten.

Diese Äußerungen diskriminierten Frauen, die abgetrieben haben, wiederverheiratete Geschiedene, nichteheliche Lebensgefährten und Homosexuelle, sagte Beck. «Es kann nicht sein, dass Äußerungen eines Kardinals gegenüber scharfer öffentlicher Kritik sakrosankt sind, wenn er ganze Gruppen von Menschen in seinen Predigten angreift.» Das Landgericht Köln war der Auffassung des Erzbistums gefolgt, wonach Becks Äußerung eine «Beleidigung und ein Angriff auf die Ehre des Kardinals» sei. Fraktionschefin Renate Künast und Parteichef Reinhard Bütikofer hatten sich von der Wortwahl Becks distanziert.

Erst kürzlich war die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth mit dem Augsburger Bischof Walter Mixa aneinandergeraten. Roth hatte Mixa als einen «durchgeknallten, spalterischen Oberfundi» bezeichnet und ihn später mit dem kambodschanischen Diktator Pol Pot in Verbindung gebracht. Kurz darauf distanzierte sie sich jedoch von ihren Äußerungen. (nz/dpa)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.