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«Missverständnisse» bei Kindergelderhöhung

19. Nov 2007 07:35, ergänzt 14:25
Bundesregierung: Mehr Geld für Kinder ab 2009
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Die geplante Mehrzahlung auf 2010 zu verschieben, kommt bei Christsozialen, Gewerkschaften und Verbänden nicht gut an. Die Koalition hält sich alle Optionen offen.

Ob das Kindergeld erhöht werden soll, will die Bundesregierung vom Bericht über ein steuerfreies Existenzminimum abhängig machen. Dieser sollte Ende dieses Jahres vorliegen, wird nun aber erst im Dezember 2008 erscheinen. Prompt gab es Berichte, dass damit auch die mögliche Kindergelderhöhung auf die Zeit nach 2009 verschoben wird.

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Am Montag versicherte die Bundesregierung jedoch, dass es eine Kindergelderhöhung schon 2009 geben kann. Ein Regierungssprecher trat «Missverständnissen» entgegen und erläuterte, der nächste Existenzminimumsbericht werde zwar erst Ende 2008 vorgelegt. Sollte sich daraus die Notwendigkeit ergeben, die Steuerfreibeträge beziehungsweise das Kindergeld anzupassen, werde das aber bereits während der Haushaltsberatungen 2008 eingeplant. Damit wäre eine Erhöhung auch schon ab 2009 möglich.

Einschränkend fügte der Sprecher hinzu, Voraussetzung sei dafür aber, dass der Bericht politischen Handlungsbedarf aufzeigt. Dies sei zur Zeit aus Sicht des Finanzministeriums nicht gegeben.

Die Berichte über eine Verschiebung der Erhöhung des Kindergeldes hatten für Reaktionen gesorgt: Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sah darin «das falsche Signal für eine Gesellschaft, die das Zusammenleben mit Kindern fördern will», wie DGB- Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der in Hannover erscheinenden «Neuen Presse» sagte. Der Paritätische Wohlfahrtsverband bezeichnete eine Verschiebung als «armuts- und familienpolitisch völlig falsch».

«Keineswegs vom Tisch»

Bezogen war die Kritik auf Berichte, wonach das Kindergeld für alle Familien vermutlich erst von 2010 an erhöht wird. Dafür wolle die Koalition besonders bedürftigen Kindern schon 2008 mit zusätzlich 200 Millionen Euro helfen. Der Empfängerkreis dieses «Kinderzuschlages» für Arme - gezahlt werden monatlich 140 Euro - soll von bisher 150.000 auf 300.000 Kinder ausgeweitet werden.

Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) wollte ursprünglich vor allem Familien mit kleinem Einkommen durch ein höher gestaffeltes Kindergeld begünstigen. Bisher gibt es für das erste bis dritte Kind je 154 Euro im Monat, ab dem vierten je 179 Euro.

Kindergeldfreunde: Die CSU
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Nicht nur Verbände, sondern auch Politiker aus der Koalition pochten auf eine baldige Erhöhung in der geplanten Form. «Für uns ist eine Kindergelderhöhung 2009 keineswegs vom Tisch», hatte der familienpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Johannes Singhammer (CSU) der «Berliner Zeitung» gesagt. Gerade für Familien mit mehreren Kindern sei das Leben deutlich teurer geworden. Deshalb müsse die Koalition spätestens 2008 über eine Erhöhung des Kindergelds diskutieren. Da immer weniger Kinder geboren werden, würden beim Kindergeld jährlich etwa 700 Millionen Euro eingespart. «Dieser Betrag sollte kinderreichen Familien zugute kommen».

Bayerns Familienministerin Christa Stewens (CSU) nannte sogar einen konkreten Termin: «Spätestens Anfang 2009 sollte das Kindergeld angehoben werden - zumindest ab dem zweiten Kind», sagte sie der «Passauer Neuen Presse».

Doch auch für eine spätere Erhöhung des Kindergeldes finden sich Stimmen im konservativen Lager. «Ich glaube, das Kindergeld kann dann erhöht werden, wenn der Haushalt es zulässt», sagte der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU). Vorrang habe der Abbau der Neuverschuldung, so das CDU-Präsidiumsmitglied.

 
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