18. Nov 2007 15:42
Die globalisierungskritische Organisation Attac vollzieht den ersten Generationswechsel. Keines der Gründungsmitglieder ist mehr im Koordinierungskreis.
Die Protestaktionen gegen den G-8-Gipfel in Heiligendamm seien die erfolgreichsten aller bisherigen gewesen, sagte Attac-Gründungsmitglied Werner Rätz. Der Erfolg habe sich nicht allein in einer großen Aufmerksamkeit der Medien und der Öffentlichkeit niedergeschlagen. Attac habe auch einen personellen Zuwachs von rund 2000 neuen Mitgliedern und entsprechende Mehreinnahmen in der Vereinskasse verzeichnen können. Bundesweit hat Attac nach eigenen Angaben nun über 19.000 Mitglieder. Als «realpolitisch erfolgreichste Kampagne» bezeichnete Rätz den Einstieg von Attac in ein Bündnis von Interessenverbänden gegen die Bahn-Privatisierung. «Die Bahn-Privatisierung ist im Prinzip tot. Es fehlt nur noch die Beerdigung», sagte Rätz. Die nächste Protestaktion mit Attac-Beteiligung soll es am 8. Dezember geben. Gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Klima-Allianz wollen die Globalisierungsgegner zwei Demonstrationen in Berlin und im nordrhein-westfälischen Neurath veranstalten, wo der Energiekonzern RWE zurzeit ein neues Braunkohlekraftwerk baut. «Die vier großen Energiekonzerne stehen für ein extrem undemokratisches Gebaren und einen massiven Beitrag zum Klimawandel», sagte Jutta Sundermann aus dem Attac-Koordinierungskreis.
Als Grundsatzprogramm hat sich Attac darauf verständigt, die Frage nach Eigentum neu zu stellen, sagte Sundermann. So richte etwa die neugegründete Jugendorganisation «noya» ihre erste größere Protestaktion gegen die von der Bundesregierung geplante Erbschaftsteuerreform. (AP)