Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Abgeordnete erhöhen sich ihre Diäten

16. Nov 2007 10:10, ergänzt 12:45
Wer hier arbeitet, bekommt künftig etwas mehr Geld
Bild vergrößern
Knapp 7700 Euro erhält ein Bundestagsabgeordneter pro Monat - bald. Mehrheitlich beschloss dies das Parlament. Seit 2003 war die Summe gleich geblieben.

Die Bundestagsabgeordneten haben sich erstmals seit 2003 wieder eine Gehaltserhöhung genehmigt. Mit den Stimmen der großen Koalition beschloss das Parlament am Freitag eine Anhebung der Diäten um 9,4 Prozent auf dann 7668 Euro. Die Erhöhung erfolgt in zwei Schritten 2008 und 2009.

Mehr in der Netzeitung:
Im Gegenzug sinken die Altersbezüge geringfügig. Die Rente mit 67 wird auch für Abgeordnete eingeführt. Derzeit erhalten die Mitglieder des Bundestags eine Abgeordnetenentschädigung von 7009 Euro brutto im Monat, die sie versteuern müssen. Hinzu kommt eine steuerfreie Kostenpauschale von 3.720 Euro. Davon müssen die Parlamentarier Ausgaben wie Einrichtung und Unterhaltung eines Wahlkreisbüros und den Zweitwohnsitz in Berlin bestreiten, aber keine Nachweise liefern.

In der namentlichen Abstimmung stimmten 377 Abgeordnete mit Ja, mit Nein 166. In der namentlichen Abstimmung lehnten auch 13 SPD-Abgeordnete und fünf Unions-Parlamentarier die umstrittenen Neuregelung ab. Weitere zwölf Parlamentarier aus beiden Regierungsfraktionen enthielten sich der Stimme, insgesamt gab es 14 Enthaltungen. Die Koalitionsfraktionen verteidigten die Diätenerhöhung als angemessen und maßvoll. Bundestagsvize Gerda Hasselfeldt (CSU) sagte, für die politische Verantwortung in Deutschland brauche es die Besten. Die Wähler träfen zwar die Entscheidung. «Aber wir bekommen gar nicht die Besten in die Auswahl, wenn sie nicht adäquat bezahlt werden.»

Ihre SPD-Kollegin Susanne Kastner bemängelte, es gebe keinen anderen Beruf, in dem man sich bei einer Erhöhung so rechtfertigen müsse. 2009 würden die Abgeordneten ebenso viel verdienen wie Bürgermeister von Städten und Gemeinden mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern. Sie verwies darauf, dass jeder Bürger momentan 60 Cent pro Jahr pro Abgeordneten zahle. 2009 würden es dann 66 Cent sein.

Die Opposition sprach sich gegen die Erhöhung aus. Die Fraktionsgeschäftsführerin der Linken, Dagmar Enkelmann, kündigte an, die Fraktion werde das zusätzliche Geld für soziale Projekte in ihren jeweiligen Wahlkreisen spenden. Die FDP wiederholte die Forderung nach einem Systemwechsel: Eine unabhängige Kommission solle die Höhe der Einkünfte festlegen und auch Vorschläge für die Altersvorsorge machen. Die Grünen sind für die Einrichtung eines Altersversorgungswerks, wie deren parlamentarischer Geschäftsführer Volker Beck sagte. Man

In der Kritik steht vor allem die Altersversorgung, für die Abgeordnete keine Beiträge in die Rentenkasse entrichten müssen. Derzeit bekommt ein Parlamentarier nach acht Jahren oder zwei Wahlperioden 24 Prozent der Diäten als Altersversorgung. Künftig werden es nur 20 Prozent sein. Für jedes weitere Jahr im Bundestag wird die Pension dann nicht mehr um drei Prozent, sondern um 2,5 Prozent wachsen.

Die Koalitionsfraktionen hatten Anfang November ihren Vorschlag für eine Anpassung der Diäten bekannt gemacht. Neu ist dabei ein Atomatismus. Als Maßstab sollen die Bezüge von Bundesrichtern oder Bürgermeistern von Städten mit bis zu 100.000 Einwohnern dienen. Ein Argument für die Diätenerhöhung ist auch, dass mehr Manager aus der freien Wirtschaft in den Bundestag einziehen sollten und dies für sie auch finanziell attraktiv sein soll. Allerdings ist die Mehrheit der Abgeordneten aus dem öffentlichen Dienst sowie aus Gewerkschaften oder gesellschaftlichen Organisationen in den Bundestag gewechselt. (nz/dpa/AP)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.