Doch Thierse verteidigte sich und betonte, bei der von der Zeitung veröffentlichten Darstellung handle es sich um eine «verkürzte und nicht autorisierte» Fassung seiner Äußerungen. «Auf keinen Fall wollte ich Sie kritisieren«, schrieb er dem 77-jährigen Kohl in einem Brief. »Wenn ein anderer Eindruck entstanden ist, bedauere ich dies ausdrücklich.» Er bedauerte, dass eine von ihm wiedergegebene Äußerung zu einem falschen Eindruck führte. Er habe lediglich deutlich gemacht, dass es im Spannungsfeld zwischen Politik und Familie keine ideale Lösung gebe, sagte Thierse. Die Zeitung ließ wissen, das umstrittene Zitat sei «nachweislich keinesfalls falsch und ungekürzt wiedergegeben worden». Das elektrisierte die Union, für die Kanzlerin Angela Merkel noch einmal nachlegte nach seinem «halben Bedauern umgehend eine wirkliche Entschuldigung» bei ihrem Ziehvater Kohl verlangte. Thierses Worte «sind für mich menschlich zutiefst unverständlich. Sie grenzen für mich an Niedertracht», wird sie von der «Bild»-Zeitung zitiert. (nz/dpa/AP)