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Stimmen zu Münteferings Rücktritt

13. Nov 2007 13:26, ergänzt 15:27
Nicht immer einer Meinung, doch voller Respekt voreinander: Müntefering und Kanzlerin Merkel
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Union und Grüne bekunden Respekt vor der Entscheidung Münteferings, seine Posten zu verlassen. Nur die Liberalen zweifeln offen an der Begründung.

Noch im November will Franz Müntefering «aus privaten Gründen» die Ämter des Arbeitsministers und des Vizekanzlers zur Verfügung stellen. In ihrem «Ersatzteillager» (CSU-Landesgruppenchef Ramsauer) soll die SPD bereits Nachfolger gefunden haben. Netzeitung.de dokumentiert erste Reaktionen auf Münteferings Ankündigung.

«Respekt und [die] Anerkennung für unsere gute Zusammenarbeit.» (Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU)

«Franz Müntefering ist ein hochkompetenter, geradliniger und verlässlicher Kabinettskollege.» - «Die Rückzugsgründe verdienen höchsten Respekt». (CSU-Vize und Ministerkollege Horst Seehofer)

«Wir haben großen Respekt vor der Entscheidung des Vizekanzlers, aus familiären Gründen von seinen Ämtern zurückzutreten. Gleichzeitig bedauern wir diese Entwicklung.» (CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla)

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  • «Es wäre schlimm, wenn diese Entscheidung nun mit politischen Spekulationen verbunden würde.» (CDU-Vize Jürgen Rüttgers)

    «Und auch wenn die letzten Wochen für ihn persönlich und politisch schwierig waren, war er stets ein Eckpfeiler der Koalition.» (CDU-Vize Roland Koch)

    «Ich bedauere es, wenn Franz Müntefering künftig nicht mehr an den Koalitionsrunden teilnimmt, denn er ist immer ein sehr verlässlicher Partner gewesen.» - «Eine profilierte Persönlichkeit wie Franz Müntefering ist nicht so einfach zu ersetzen» (CSU-Chef Erwin Huber)

    «Wenn ein Scharnier ausfällt, baut man in der Regel ein neues ein. Die SPD hat ein gut bestücktes Ersatzteillager.» (CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer)

    «Franz Müntefering wollte immer den Erfolg der großen Koalition» - «Wir werden unsere Arbeit in gewohnter Weise fortsetzen können.» (Unions-Fraktionschef Volker Kauder)

    «Jeder, der um die schwierige familiäre Situation des Vize-Kanzlers wusste, muss ihm mit Respekt zur Kenntnis nehmen» - «Ich verbinde meinen Respekt mit dem ausdrücklichen Dank für die großen Leistungen von Franz Müntefering für die Entwicklung unserer Gesellschaft und der SPD.» (Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck)

    «Politiker sind auch nur Menschen. Diese Entscheidung zeigt eine enorme menschliche Größe.» - «Franz Müntefering war für die NRW-SPD ein Garant im politischen Zentrum in Berlin» - «Er verkörpert wie kein Zweiter die Grundwerte der SPD und das Thema soziale Gerechtigkeit.» (Hannelore Kraft, Chefin der NRW-SPD)

    «Politisch konsequent» - «Es werden noch weitere Minister folgen.» - «Bei allem Respekt vor familiären Gründen - dass dieser Rücktritt prompt nach dem Koalitions-Desaster der vergangenen Nacht erfolgt, zeigt, dass er auch politische Gründe hat.» (FDP-Generalsekretär Dirk Niebel)

    «Er wird in der Regierung und in der SPD nicht so leicht zu ersetzen sein.» - «Franz Müntefering war eine der entscheidenden Stützen dieser Regierung, er war aber zuletzt erkennbar politisch angeschlagen.» - «Ohne sein großes Engagement wären viele rot-grüne Reformen nicht zustande gekommen.» (Grünen-Chef Reinhard Bütikofer)

    «Vielleicht schlägt jetzt die Stunde für Frank-Walter Steinmeier als Nachfolger von Franz Müntefering. Denn einen Außenminister braucht die Kanzlerin ja nicht. Die Außenpolitik macht sie selber.» (Linksfraktionsvize Petra Pau)

    «Ich glaube, dass er auch politisch sehr verärgert darüber war, dass nicht einmal der Mindestlohn für die Briefzustellerinnen und Briefzusteller zustande gekommen ist. Dann darf man natürlich auch nicht vergessen: Ich hatte bei ihm immer das Gefühl, er hat sich vergewaltigen lassen, als er der Agenda 2010 zustimmte, und wollte sich jetzt nicht wieder zurückvergewaltigen lassen. Also es wird mehreres zusammengekommen sein.» (Linksfraktionschef Gregor Gysi im Sender N24)

    Müntefering habe stets mit «großer Aufopferung das Beste für das Land gesucht». Dafür, dass er bei seiner krebskranken Frau sein wolle und für seine Lebensleistung gebühre Müntefering «außerordentlicher Respekt». (Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber)

    «Als traditioneller Sozialdemokrat hat er den Wandel der Zeit erfasst und trotz innerparteilicher Angriffe die Reformnotwendigkeit immer gesehen», (CSU-Ehrenvorsitzender Edmund Stoiber) (nz)

     
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