Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Müntefering verlässt die Bundesregierung

13. Nov 2007 10:43, ergänzt 12:17
Abschied aus dem Amt - SPD-Arbeitsminister Müntefering
Bild vergrößern
Anlass für einen politisch motivierten Rücktritt hatte es reichlich gegeben - doch das Ministerium betont, der SPD-Politiker räume seine Posten aus persönlichen Gründen. Nachfolger sollen bereits feststehen.

Bilderschau:
Franz Müntefering (SPD) tritt von seinen Funktionen als Vizekanzler und Bundesarbeitsminister zurück. Der Schritt habe ausschließlich familiäre Gründe, sagte ein Ministeriumssprecher und bestätigte damit einen Bericht der «Berliner Zeitung».

Mehr in der Netzeitung:
  • Stimmen zu Münteferings Rücktritt 13. Nov 2007 13:26, ergänzt 15:27
  • SPD wirft Merkel «schwere Fehler» vor 13. Nov 2007 06:58, ergänzt 10:07
  • Union ruft nach neuem Post-Tarifvertrag 12. Nov 2007 10:13
  • Münteferings Frau Ankepetra leidet an Krebs, was vermuten ließ, er habe deshalb vergangene Woche nicht am Koalitionsgipfel teilgenommen. Am Dienstag bestätigte sich, dass die 61-Jährige sich einer Operation unterziehen musste.

    Nun muss ein Nachfolger her. Den Posten des 67-Jährigen neu zu besetzen, steht allein der SPD zu. Neuer Arbeitsminister soll SPD-Fraktionsgeschäftsführer Olaf Scholz werden, wie es aus SPD-Kreisen hieß. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier ist als Vizekanzler vorgesehen.

    Anlass für einen politisch motivierten Rücktritt Münteferings hatte es in letzter Zeit aber einige gegeben: So setzte SPD-Chef Kurt Beck innerhalb der SPD durch, dass Arbeitslosengeld I an Ältere länger gezahlt werden soll – eine von den SPD-Linken gern gesehene Aufweichung der umstrittenen Arbeitsmarktreformen. In der Nacht hatte dies die von Kanzlerin Angela Merkel geführte Koalition beschlossen und damit zur Regierungslinie gemacht.

    Niederlage

    Müntefering bekannte sich zwar schon vor dem SPD-Parteitag zu Becks Kurs, hätte aber als Verfechter der rot-grünen Arbeitsmarktreformen allen Grund gehabt, aufzugeben. Denn während der rot-grünen Regierungskoalition unter Kanzler Gerhard Schröder entwickelte die SPD und ihr damaliger Chef Müntefering die Hartz-Reformen mit. Dazu gehörte, das Arbeitslosengeld deutlich zu kürzen, um Arbeitslosen stärkere Anreize zu geben, Arbeit anzunehmen.

    An einem anderen Punkt war Müntefering einst an den SPD-Linken vollständig gescheitert: Als 2005 der Posten des SPD-Generalsekretärs neu zu besetzen war, setzten die Linken im bei der Nominierung ihre Kandidatin Andrea Nahles durch. Kajo Wasserhövel, Wunschpartner des damaligen SPD-Chefs, fiel im Parteivorstand durch. Müntefering sah sich daraufhin nicht mehr in der Lage, die Partei zu führen und trat zurück – inmitten der Koalitionsverhandlungen mit der Union. Nahles zog sich ebenfalls zurück, Hubertus Heil wurde Generalsekretär, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck Kurzzeit-Parteichef, bevor Kurt Beck das Amt übernahm.

    In der vergangenen Nacht musste Müntefering eine weitere Niederlage hinnehmen - beim Thema Mindestlohn für Briefdienstleister. Diesmal verweigerte sich die Union seinen Plänen und blockierte Münteferings Plan, den von Verdi und der Post ausgehandelten Mindestlohn per Gesetz auf die gesamte Briefdienstleister-Branche auszuweiten. (nz/dpa)

     
    Drucken
    VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
     
    Zu weiteren Bildergalerien
    Zu weiteren Bildergalerien
    Zum Wissenstest

    Alle Wissenstests

    Zum Wissenstest

    Alle Wissenstests

    Zum Wissenstest
    Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
     
    Zum Wissenstest

    Alle Wissenstests

    Live Top 5
    netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
    Aus anderen Ressorts
    Zur Autogazette

    Geschäftsführer: Josef Depenbrock & Robert Rischke | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
    NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
    Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
     
    Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
     
    IT & Security by Procado
     
    [ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
    Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.