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Muslime fühlen sich als «Sündenböcke»

07. Nov 2007 07:18
Zentralratschef Mazyek
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Wohl die Vorbehalte der Evangelischen Kirche gegen Moscheebauten reizten den Chef des Zentralrats der Muslime zu Widerspruch. Von «Stellvertreterdebatten» ist die Rede.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) hat den Umgang der evangelischen Kirche mit dem Islam scharf kritisiert. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) glaube, «ihr Profil polemisch am Islam schärfen zu müssen», schreibt der ZMD- Generalsekretär Aiman Mazyek in einem Kommentar im «Kölner Stadt- Anzeiger». Mazyek warf der EKD ferner vor, «Stellvertreterdebatten um die Muslime hierzulande und Sündenbockdiskussionen auf dem Rücken von Minderheiten» zu führen.

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Die evangelische Kirche lasse sich immer mehr auf Fundamentalisten ein. Durch ihr Verhalten schade sie sich selbst, da sie ihre Stellungnahmen zu existenziellen Themen entwerte. Hintergrund dabei dürfte auch die Haltung von EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber sein, der zum Auftakt der Sitzung des Kirchenparlaments verdeutlicht hatte, im christlich-jüdischen Dialog sei ein Platz für die Muslime.

Der Rat der EKD bemühte sich nach den Angriffen des «Zentralrats der Muslime» um Mäßigung. Er sehe darin keine ernsthafte Belastung für den Dialog mit den islamischen Spitzenverbänden, sagte der rheinische Präses Nikolaus Schneider ebenfalls dem «Kölner Stadt- Anzeiger». «Ich will nicht sagen, der Ton ist klasse, aber ich rege mich nicht darüber auf.» Die EKD müsse selbstkritisch zur Kenntnis nehmen, «dass manche Äußerungen zur Islam-Frage offenbar so aufgefasst worden sind, als gehe es uns um eine billige Profilierung zu Lasten der Muslime», sagte Schneider in seiner - wie er betonte - mit dem EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber abgestimmten Reaktion.

Moscheegröße diskutabel?

Mazyek hatte in seinem Kommentar das Recht der Muslime bekräftigt, in Deutschland Moscheen zu bauen: «Der Bau von Gotteshäusern ist ein fundamentales Recht, das nicht einfach unter Verweis auf Machtsymbolik oder Zumutbarkeit oder Geschmack wegverhandelbar ist.» Das hatte EKD-Ratschef Huber zwar auch zugebilligt, jedoch die Größe der Moscheebauten für diskutabel erklärt.

Vor einigen Wochen hatte Huber von einer «groß angelegten Moscheebau-Initiative in den muslimischen Gemeinden» gesprochen. Dabei müsse die Frage muss «erlaubt sein, inwieweit es sich dabei um die legitime Befriedigung religiöser Bedürfnisse handelt oder ob weitergehende Machtansprüche damit verbunden sind.» (nz/dpa)

 
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