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Friedman wegen Mahler-Interview in der Kritik

06. Nov 2007 18:12
Vorwürfen ausgesetzt: Michel Friedman
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Magazinautor Friedman wollte mit dem Rechtsextremisten über die RAF sprechen, doch heraus kam vor allem Nazi-Propaganda. Nun sorgt das Interview für Ärger.

In dem es ein Interview mit dem vorbestraften Rechtsextremisten Horst Mahler veröffentlichte, hat das Magazin «Vanity Fair» vielleicht seine Bekanntheit gesteigert, sich aber auch herber Kritik ausgesetzt. Das Gespräch mit dem Judenfeind, nach dessen Ende Fragensteller Michel Friedman zum Staatsanwalt lief, stößt bei Nazigegnern auf Kritik. «Unsäglich und durch nichts zu rechtfertigen», urteilte der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, laut «Tagesspiegel».

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  • «Heil Hitler, Herr Friedman» - so hatte Mahler, einst Mitbegründer der RAF, den «Vanity Fair»-Autor bei dem Interview begrüßt. Der frühere Vizepräsident des Zentralrats der Juden wollte Mahler zum «Deutschen Herbst» vor 30 Jahren und seine Verwicklung in die RAF befragen. Im Laufe des zweistündigen Gesprächs leugnete Mahler aber auch den Holocaust und bezeichnete Adolf Hitler als Erlöser «nicht nur des deutschen Volkes.»

    Der Abdruck der «neonazistischen Ergüsse» Mahlers seien absolut überflüssig, sagte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse. Doch nicht nur das Magazin an sich, sondern auch Friedman als Interviewer trifft Kritik: Ihm sei unklar, warum sich Friedman zum «Stichwortgeber für rechtsextremistische Thesen macht». Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) zeigte Unverständnis darüber, «warum Herr Friedman seinem eigenen Anliegen so schadet». Magazin-Chefredakteur Ulf Poschardt hatte den Abdruck der Mahlerschen Propaganda damit begründet, Neonazis wie Mahler müsse man vorführen.

    Die Ziele Mahlers sind Menschen wie Bosbach ohnehin klar: Um nachzuweisen, dass Mahler Antisemit ist, «hätte man das Interview nicht führen müssen». Linksfraktionsvize Pau sprach von einer «unerträglichen PR-Aktion». Schon nach dem Hitlergruß hätte Friedman den Interviewgast rauswerfen sollen. Auch, wenn Friedman nach Ende des Gesprächs Anzeige erstattete, kann sich Christdemokrat Bosbach eines Verdachts nicht erwehren: Es sei Poschardt nicht um Aufklärung, «sondern um Auflage» gegangen. (nz)

     
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