06. Nov 2007 18:12
Magazinautor Friedman wollte mit dem Rechtsextremisten über die RAF sprechen, doch heraus kam vor allem Nazi-Propaganda. Nun sorgt das Interview für Ärger.
Der Abdruck der «neonazistischen Ergüsse» Mahlers seien absolut überflüssig, sagte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse. Doch nicht nur das Magazin an sich, sondern auch Friedman als Interviewer trifft Kritik: Ihm sei unklar, warum sich Friedman zum «Stichwortgeber für rechtsextremistische Thesen macht». Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) zeigte Unverständnis darüber, «warum Herr Friedman seinem eigenen Anliegen so schadet». Magazin-Chefredakteur Ulf Poschardt hatte den Abdruck der Mahlerschen Propaganda damit begründet, Neonazis wie Mahler müsse man vorführen. Die Ziele Mahlers sind Menschen wie Bosbach ohnehin klar: Um nachzuweisen, dass Mahler Antisemit ist, «hätte man das Interview nicht führen müssen». Linksfraktionsvize Pau sprach von einer «unerträglichen PR-Aktion». Schon nach dem Hitlergruß hätte Friedman den Interviewgast rauswerfen sollen. Auch, wenn Friedman nach Ende des Gesprächs Anzeige erstattete, kann sich Christdemokrat Bosbach eines Verdachts nicht erwehren: Es sei Poschardt nicht um Aufklärung, «sondern um Auflage» gegangen. (nz)