Auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) mahnte entschiedenere Anstrengungen zur Überwindung der Kinderarmut an. «Kinder brauchen als eigenständige Geschöpfe auch ein eigenes existenzsicherndes Kindergeld», sagte der EKD-Ratsvorsitzende, Wolfgang Huber, am Wochenende in Dresden zum Auftakt der EKD-Synode. Dieses könne Kinder davor bewahren, «dass Armut in dieser Gesellschaft erblich wird».Seit der Einführung des Arbeitslosengelds II im Jahr 2004 habe sich die Zahl armer Kinder verdoppelt. 1,9 Millionen Kinder müssten von den 208 Euro leben, die das Arbeitslosengeld II anteilig für ein Kind vorsehe. Huber fügte an, Armut äußere sich nicht nur in materieller Armut, sondern in Bildungsarmut, Beziehungsarmut und mangelnder Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben. «Um armen Kindern Teilhabe in unserer Gesellschaft zu ermöglichen, ist es nötig, die Zuwendungen kindgerecht und das heißt am tatsächlichen Bedarf der Kinder zu orientieren», forderte der Berliner Bischof.