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Koalition bleibt im Kanzleramt entscheidungslos

05. Nov 2007 09:17
Kanzleramt in Berlin
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Vor Änderungen an der Pendlerpauschale wollen die Spitzen der Großen Koalition die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes abwarten. Auch andere Streitthemen vertagte die nächtliche Runde im Kanzleramt.

Nach wochenlangen Auseinandersetzungen über die Zukunft der Reformen hat die große Koalition die Lösung der meisten Streitthemen vertagt. Die Spitzen von Union und SPD einigten sich am späten Sonntagabend bei einem Treffen des Koalitionsausschusses in Berlin lediglich darauf, die umstrittene Pendlerpauschale vorerst nicht zu ändern.

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  • Union und SPD wollen die jetzige Regelung bis zu einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts beibehalten. Karlruhe wird voraussichtlich im nächsten Jahr über anhängige Klagen entscheiden. Die von Teilen der SPD und auch zahlreichen Unions-Politikern geforderte rasche Änderung ist damit vorerst vom Tisch. Sie hatten gefordert, die seit Jahresbeginn geltende Kürzung rückgängig zu machen und die Pendlerpauschale wieder vom 1. Kilometer an zu zahlen.

    Hintergrund:
    SPD-Finanzpolitiker wollen die seit Januar geltende Kürzung der Pendlerpauschale rückgängig machen. Von 2008 an soll sie wieder vom ersten Kilometer an gezahlt werden. Es sollen allerdings nicht mehr 30 Cent je Kilometer angerechnet werden, sondern maximal 20 bis 25. Seit Anfang 2007 erhalten nur Fernpendler die Pauschale vom 21. Kilometer an. Dagegen hatten Bürger geklagt. Einige Finanzgerichte wiesen die Klagen zurück, andere sahen Verfassungsprobleme. In der Union gingen die Meinungen über die Forderung auseinander.
    SPD-Chef Kurt Beck sagte nach dem knapp vierstündigen Treffen des Koalitionsausschusses im Kanzleramt, es werde keine rasche Neuregelung geben. Nach den Worten von CSU-Chef Erwin Huber ist es «der erklärte Wille der Koalitionsspitzen, dass es bei der gegenwärtigen Rechtslage bleibt». Auch solle das vereinbarte Einsparpotenzial realisiert werden.

    Beck betonte, niemand müsse Sorge haben, dass mögliche spätere Gerichtsentscheidungen zu Nachteilen führten. Die Steuerbescheide würden vorläufig sein. Auch würden Besserstellungen angestrebt. Huber zufolge muss kein Bürger Einsprüche oder Rechtsverfahren betreiben.

    Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte mehrfach klargestellt, dass die Staatskassen weiter um jährlich 2,5 Milliarden Euro entlastet werden müssen. Auch hält er die jetzige Regelung für verfassungskonform. Bei Korrekturen wären Einschnitte für Beschäftigte an anderer Stelle möglich gewesen. (dpa)

     
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