netzeitung.deDDR-Altreaktor im Zwischenlager angekommen

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Der Reaktor des DDR-Atomkraftwerks Rheinsberg ist im Zwischenlager angekommen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der Reaktor des DDR-Atomkraftwerks Rheinsberg ist im Zwischenlager angekommen
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Kurz vor dem Zwischenlager hatten Atomkraftgegner den Transport noch einmal verzögert, insgesamt verlief der Protest friedlich: Der Reaktor des DDR-AKW Rheinsberg wird nun 40 Jahre abklingen, bevor er zerlegt werden kann.

Der Spezialtransport mit dem Reaktordruckgefäß aus dem stillgelegten Atomkraftwerk brandenburgischen Rheinsberg ist in der Nacht zum Mittwoch am Standort des atomaren Zwischenlagers Nord in Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern eingetroffen. Die mehr als dreizehnstündige Fahrt war laut Energiewerke Nord (EWN) der bundesweit erste Transport eines radioaktiven Druckgefäßes per Zug.

Eine Gleisblockade bei Kemnitz nur wenige Kilometer vor dem Zwischenlager hatte die Ankunft des Transports verzögert. Zwölf Atomgegner hatten sich auf die Gleise gesetzt und damit den Zug für 45 Minuten gestoppt. Sie wurden laut Polizei in Gewahrsam genommen. Der Zug erreichte mit insgesamt zweistündiger Verspätung das Zwischenlager.

«Polizeiliches Handeln nur selten erforderlich»
Insgesamt wurden während des Transportes laut Polizei 16 Atomgegner in Gewahrsam genommen und fünf Platzverweise ausgesprochen. In Nähe des brandenburgischen Dierberg hatten Atomgegner mit einem Transparent den Zug für zehn Minuten gestoppt.

Die Polizei bezeichnete trotz dieser Proteste den Transport des radioaktiv belasteten, 170 Tonnen schweren Reaktorgefäßes als weitgehend störungsfrei. «Ich bin alles in allem sehr froh darüber, dass die Protestteilnehmer in der überwiegenden Anzahl ihre Botschaft friedlich transportiert haben und polizeiliches Handeln nur selten erforderlich wurde», sagte der Polizeiführer des Bundespolizeiamtes Rostock, Heinrich Henrichs.

Lehr- und Versuchsreaktor
Gegner des Transports hatten zuvor massive Bedenken gegen die Sicherheit der Brücken auf der rund 290 Kilometer langen Strecke geäußert. Allein in Brandenburg waren rund 700 Beamte der Landes- und der Bundespolizei im Einsatz. Dazu kamen etwa 1000 Beamte in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Atomkraftwerk Rheinsberg war vor 17 Jahren stillgelegt worden. Die Anlage mit einer elektrischen Leistung von 70 Megawatt war der Lehr- und Versuchsreaktor der DDR. Es war von 1966 bis 1990 in Betrieb. Seine Demontage begann 1995.

Vor Demontage muss Strahlung abklingen
Im Zwischenlager Nord (ZLN) auf dem Gelände des ebenfalls stillgelegten Kernkraftwerkes Lubmin wird der Reaktordruckbehälter, in dessen Innern die Kernspaltung vollzogen wurde, zunächst im Ganzen eingelagert. In dem Zwischenlager wird bereits der Kernbrennstoff aus Rheinsberg in Castor-Behältern verwahrt. Für den Transport und die Zwischenlagerung hatte der kontaminierte und auch selbst strahlende Behälter Strahlenabschirmung aus 15 Zentimeter dickem Stahl erhalten.

Das Reaktorgefäß rollte am Mittwochmorgen um 00.45 Uhr auf das umzäunte Gelände des Zwischenlagers. Dort soll es am Donnerstag zunächst auf ein anderes Fahrzeug umgeladen und dann in die Halle des Zwischenlagers gefahren werden, wo die Reaktorhülle mindestens 40 Jahre lang abklingen soll, wie EWN-Sprecherin Marlies Philipp sagte. Erst dann werde das Gefäß zerlegt. (dpa)