Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Grüne bedauern Attacken auf Würdenträger

29. Okt 2007 17:21
Blick nach oben: Bütikofer und Roth
Bild vergrößern
Inhaltlich halten die Grünen die Kritik an den Bischöfen Mixa und Meisner aufrecht. Doch dass die Worte «Hassprediger» oder «Oberfundi» fielen, bedauern sie.

Nach der Eskalation im Streit zwischen führenden Grünen-Politikern und katholischen Bischöfen wollen die Grünen die Wogen glätten, halten an ihrer scharfen Kritik aber fest. Parteichef Reinhard Bütikofer bedauerte, dass der Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestagsfraktion, Volker Beck, den Kölner Kardinal Joachim Meisner als «Hassprediger» attackiert hatte. Beck nahm den Ausdruck zurück. Bütikofer und Beck halten die Kritik an Meisner jedoch in der Sache für richtig. Bütikofer betonte aber, er fände es «schade», wenn die Grünen ihren «konstruktiven Dialog» mit der Kirche nicht fortsetzen könnten.

Mehr in der Netzeitung:
Gegenüber Frauen, die abgetrieben haben, Homosexuellen und allen anderen Menschen, die außerhalb der Ehe Sexualität lebten, empfinde Meisner Verachtung, sagte Beck. «Für gewöhnlich nennt man eine solche leidenschaftliche Abneigung Hass.» Was Meisner über Frauen nach Abtreibungen und Menschen in anderen Lebensformen immer wieder sage, «ist und bleibt eine Unverschämtheit».

Bütikofer beklagte, es entspreche nicht den Standards unserer Gesellschaft, dass den Lebensgemeinschaften Homosexueller die Existenzberechtigung abgesprochen wird. Meisner hatte Lebensgemeinschaften als «verderblich» bezeichnet. Der Kardinal äußere sich öfters «in exquisiter Art und Weise», sagte Bütikofer ironisch. So jemand gehe das Risiko der Kritik ein. Gleiches gelte für den Augsburger Bischof Walter Mixa, dessen «extreme Positionen» auch «Antworten verdienen». Co-Parteichefin Claudia Roth, die Mixa einen «durchgeknallten, spalterischen Oberfundi» genannte hatte, habe den Bischof aber nicht beleidigen wollen.

Antireligiöses Klima befürchtet

Wachsende Übereinstimmungen zwischen Grünen und Kirchen gebe es etwa bei den Themen Stammzellforschung, Entwicklungspolitik, Umwelt- und Klimapolitik, sagte Bütikofer. Angesichts dessen bestehe nicht die Gefahr, dass die Gespräche zwischen beiden Seiten beendet würden.

Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Armin Laschet (CDU) warnte davor, «mit Kampfbegriffen» unterschiedliche Glaubensüberzeugungen auszutragen. Sprachliche Übergriffe bereiteten den Nährboden für Intoleranz und ein anti-religiöses Klima. «Wenn das um sich greift, kann sich das früher oder später gegen jede Religion richten», sagte er. Den Grünen warf er vor, mit Aggressivität und Beleidigungen das gesellschaftliche Klima zu vergiften. (nz/dpa)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.