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Grünen-Politiker nennt Meisner «Hassprediger»

27. Okt 2007 15:02
Kardinal Meisner
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Der Streit zwischen den Grünen und Kardinal Meisner hat noch einmal an Schärfe zugenommen. Für Grünen-Geschäftsführer Beck ist der katholische Würdenträger ein «selbstgerechter Hassprediger».

Der Konflikt zwischen Grünen-Politikern und katholischen Würdenträgern findet kein Ende. Der grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck bezeichnete den Kölner Kardinal Joachim Meisner jetzt als «Hassprediger», wie das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» berichtet. Beck reagierte damit auf eine Äußerung Meisners zum angeblichen Sittenverfall in Europa und zum «Triebbündel» Mensch, das sein Schöpfungsgedächtnis verloren habe. Katholische CDU- und FDP-Politiker aus Meisners Diözese äußerten sich empört über Beck.

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In einer Predigt im Schweizer Wallfahrtsort Einsiedeln hatte Meisner dem Bericht zufolge Anfang Oktober mit Blick auf die zunehmend legalisierten eheähnlichen Gemeinschaften formuliert: Die «sogenannten alternativen Modelle menschlichen sexuellen Zusammenlebens sind aber unwahr, und darum für den Menschen im Kern verderblich. Die Menschheit richtet sich hier selbst zugrunde».

Beck, der selbst bekennender Homosexueller ist, sagte laut «Spiegel»: «Kardinal Meisner betätigt sich einmal mehr als selbstgerechter Hassprediger, denn er spricht ganzen Gruppen von Menschen die Existenzberechtigung ab.»

Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU), nannte das im Kölner «Sonntag-Express» «eine grobe Beleidigung, eine Beschimpfung, die weder im Ton noch inhaltlich etwas mit einer sachlichen Auseinandersetzung zu tun hat». Das Niveau öffentlichen Streits sinke, «weil nur noch unter die Gürtellinie gezielt wird». Der FDP-Abgeordnete Werner Hoyer kritisierte, Meisner «in die Nähe von Terroristen, Islamisten und Selbstmordattentätern zu rücken, ist schlicht unanständig». Bosbach und Hoyer betonten zugleich, dass sie Meisners Ansichten teilweise nicht teilten.

Erst am Mittwoch war ein Streit zwischen Grünen-Chefin Claudia Roth und dem Augsburger Bischof Walter Mixa beigelegt worden. Roth hatte Mixa wegen seiner Äußerungen zur Rolle der Frau als «durchgeknallten, spalterischen Oberfundi» bezeichnet. Mixas Sprecher bescheinigte ihrer Aussage daraufhin «faschistoide Züge». Später bedauerte er dies und sagte, seine Worte seien schärfer «als bei näherem Hinsehen nötig» gewesen. (dpa)

 
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