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Bistum wegen Nazi-Vergleich unter Druck

23. Okt 2007 18:46, ergänzt 19:26
Claudia Roth
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Der Nazi-Vergleich des Sprechers von Bischof Mixa regt nicht nur Grünen-Chefin Claudia Roth auf. Auch die CSU fordert eine Entschuldigung.

Im Streit zwischen der katholischen Kirche und den Grünen wächst der Druck auf das Bistum Augsburg und dessen Sprecher Dirk Hermann Voß. Dieser hatte der Grünen-Politikerin Claudia Roth wegen ihrer Kritik an Bischof Walter Mixa «faschistoide Züge» vorgeworfen und ihre Äußerungen mit NS-Propaganda verglichen.

Der neue CSU-Fraktionschef im bayerischen Landtag, Georg Schmid, sprach von einer «unmöglichen Äußerung». Die Grünen-Chefin hatte Mixa wegen seiner Positionen in der Familienpolitik als «durchgeknallten, spalterischen Oberfundi» bezeichnet und damit heftige Gegenreaktionen ausgelöst - allen voran von Mixas Sprecher Voß.

«Ein Bischof ist nicht sakrosankt»

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Schmid sagte, er hoffe, dass Voß die Äußerung zurücknehme. «Die Grenze zum Verletzen ist in beiden Fällen überschritten worden«, ergänzte er. Der CSU-Politiker hatte bereits eine Entschuldigung von Roth gefordert. «Wir brauchen einen vernünftigen Stil in der Politik. Man darf hart in der Sache sein, muss aber Grenzen einhalten.»

In der Münchner «Abendzeitung» erneuerte Roth ihre Kritik am Augsburger Bischof: «Ich finde schon, dass jemand wie Herr Mixa, der kräftig austeilt und sehr zugespitzt Positionen vertritt, es sich in einer lebendigen Demokratie gefallen lassen muss, dass ein Bischof nicht sakrosankt ist», sagte Roth. Ihr sei schon vieles gesagt worden - aber dass sie angeblich faschistoide Nazi-Propaganda betreibe, der Vorwurf mache mich fassungslos, ergänzte Roth.

Voß legt nach

Die Grünen-Chefin wünscht sich zudem, «dass Bischöfe integrativ wirken und nicht, wie Herr Mixa, Mauern errichten und spalten». Zum Glück seien die Zeiten vorbei, «wo von der Kanzel verkündet worden ist, wen ein Christ zu wählen hat», sagte Roth. Bischof Mixa spreche überdies nicht für alle Christen.

Mixas Sprecher Voß legte unterdessen ebenfalls nach: «Der Nazi-Vergleich ist in diesem Fall zulässig, weil er die Christen als NS-Opfer betrifft», sagte Voß am Dienstag der dpa. Die Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, nannte den NS-Vergleich dagegen gefährlich, weil dadurch die historische Erfahrung des Nationalsozialismus der Beliebigkeit preis gegeben werde. Knobloch forderte von der Diözese Augsburg «eine Distanzierung und Klarstellung».

Nach einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» hat Knobloch auch vom Vatikan Schritte gegen den Augsburger Bischof gefordert. Voß sagte, er habe mit Knobloch telefoniert und ihr versichert, er teile die Meinung, dass sich jeder Vergleich mit dem Holocaust wegen der historischen Einzigartigkeit dieses Verbrechens verbiete.(nz/AP/dpa)

 
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