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Wachschutz-Start an Berliner Schulen verpatzt

22. Okt 2007 17:17
Die Neuköllner Rütli-Schule und Bezirksbürgermeister Buschkowsky
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Eigentlich sollten ab kommendem Montag vor Problem-Schulen Aufpasser einer Privatfirma für Sicherheit sorgen. Doch vorerst passiert erstmal gar nichts, denn das Unternehmen sprang kurzfristig ab.

Die Premiere eines privaten Wachschutzes an Neuköllner Schulen zur Abwehr von Gewalt gegen Schüler und Lehrer wird sich erheblich verzögern. Nach den Plänen des Bezirksbürgermeisters sollten jeweils zwei Mitarbeiter des Wachdienstes ab kommender Woche die Zugänge zu insgesamt 13 Schulen des Berliner Bezirkes Neukölln kontrollieren. Er hatte im Juni seine Entscheidung damit begründet, dass er «den Eltern sonst den Schutz und die Sicherheit ihrer Kinder nicht mehr garantieren» könne. In den vergangenen zwei Jahren hatte es demnach 53 schwerwiegende Gewaltvorfälle an den 76 Neuköllner Schulen gegeben. Auch in diesem Jahr hatten sich an zahlreichen Schulen im sozialen Problembezirk Neukölln schwerwiegende Gewaltvorfälle gehäuft.

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Der Dienstleister Dussmann hatte Anfang Oktober eine entsprechende Ausschreibung gewonnen, nach Erhalt des Auftrags jedoch kurzfristig abgesagt. Der Grund: Die aus Unternehmenssicht geringen Akzeptanz der Kontrollen beim Berliner Senat und beim Abgeordnetenhaus sowie bei den Schulen selbst. Sprecher Steffen Ritter betonte, es fehle ein Gesamtkonzept. Außerdem sei zu wenig Zeit gewesen. «Es nützt gar nichts, wenn wir irgendetwas machen, was dann nicht funktioniert». Wenn zwei Wachleute 1300 Schüler überprüfen müssten, «können wir uns doch nur blamieren», fügte Ritter hinzu.

Der Bezirk dennoch an seinem Projekt fest. «Eine andere Firma erhält jetzt den Zuschlag«, hieß es. Die Planung werde allerdings etwa vier bis sechs Wochen in Anspruch nehmen. Eigentlich sollte das Projekt am kommenden Montag starten.

Kein Konzept

Der verantwortliche Stadtrat der Bezirksverwaltung zeigte sich von der Absage des Unternehmens völlig überrascht. «Fachlich und sachlich ist mir das nicht erklärlich», fügte er hinzu uns sprach von «befremdlichem Geschäftsgebaren». Das Projekt sei sorgfältig vorbereitet worden, wies er entsprechende Vorwürfe zurück: «Das ist alles Unsinn, was da gesagt wird».

Der Bezirk will nun mit einem anderen Sicherheits-Unternehmen verhandeln, vermutlich eines, das in der Ausschreibung unterlegen war. Der Beginn des Projektes an den 13 Schulen in Neukölln werde sich nun aber mindestens um vier bis sechs Wochen verzögern. 13 Schulen hatten sich beworben.

Der Bundesverband deutsche Wach- und Sicherheitsunternehmen verlangte dagegen eine neue Ausschreibung. «Es gab überhaupt kein Konzept», beklagte Vize-Geschäftsführer Martin Hildebrandt. Nun biete er dem Bezirksamt an, an einem neuen Konzept mitzuarbeiten. (nz/dpa)

 
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