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Länder sperren sich gegen Schäubles BKA-Pläne

20. Okt 2007 18:01
Unionsregierte Länder gehen Schäubles Pläne zur Stärkung des BKA zu weit.
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Selbst aus den eigenen Reihen erhält der Bundesinnenminister Gegenwind: Das Vorhaben, das Bundeskriminalamt zu stärken, stößt bei Unionsländern auf massiven Widerstand.

In den Bundesländern gibt es massive Vorbehalte gegen das von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) geplante Gesetz zur Stärkung des Bundeskriminalamtes (BKA) bei der Terrorabwehr. Wie der «Spiegel» berichtet, rügen vor allem die unionsregierten Länder in ihren schriftlichen Stellungnahmen zu dem Entwurf, dass das BKA zu weit in die Befugnisse der Landespolizeibehörden eingreifen dürfe.

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Der «Spiegel» gibt Bedenken am BKA-Gesetz aus Hamburg, Bayern, Niedersachsen und dem Saarland wieder. Insbesondere gehe aus dem Entwurf nicht klar hervor, wann das BKA einen Fall an sich ziehen könne und ob es die Länder über den Stand der Ermittlungen danach noch unterrichten werde, laute die Kritik.

Der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, begrüßte es, «dass die Bundesländer beim BKA-Gesetz langsam aufwachen». Die Grünen hätten immer davor gewarnt, «dass die neuen Befugnisse des BKA beim Terrorismus nur zu einem unnötigen Kompetenzwirrwarr zwischen Bundes- und Landespolizeibehörden führen wird», sagte Beck am Samstag laut einer Mitteilung.

Der umstrittene Entwurf sieht auch die heimliche Ausspähung von Privatcomputern bei Terrorverdächtigen als Fahndungsinstrument vor. Nach Auffassung von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) wird es zeitlich nicht mehr möglich sein, das Gesetzgebungsverfahren vor der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zu den so genannten Online-Durchsuchungen abzuschließen.

Zypries sagte der Berliner «B.Z. am Sonntag»: «Es muss einen nachvollziehbaren Bedarf der Sicherheitsbehörden für Online-Durchsuchungen geben und das Gesetz muss mit der Verfassung vereinbar sein.» Die Gespräche dazu würden geführt. Die SPD hat Vorbehalte gegen die Online-Durchsuchung. Sie will anders als Schäuble und die Union den Urteilsspruch aus Karlsruhe zu einer entsprechenden Regelung in Nordrhein-Westfalen abwarten, der erst im nächsten Jahr erwartet wird.

Angesichts skeptischer Stimmen zu einem möglichen Missbrauch von Online-Durchsuchungen hat sich der saarländische Innenminister Klaus Meiser (CDU) für die Einrichtung eines parlamentarischen Kontrollgremiums offen gezeigt. «Wenn das praktikabel ausgestaltet wird, habe ich damit überhaupt keine Probleme», sagte Meiser der Nachrichtenagentur dpa. Allerdings dürften dadurch «die Notwendigkeiten im Ermittlungsverfahren nicht behindert» werden. Es müsse eine Ad-hoc-Gruppe sein, die bei Bedarf kurzfristig und zeitlich flexibel tagen müsse. (dpa/nz)

 
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