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Merkel kündigt 3,5 Prozent Arbeitslosenbeitrag an

20. Okt 2007 10:37, ergänzt 10:43
Der Video-Podcast von Angela Merkel
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Kanzlerin Merkel hat die Absicht bekräftigt, die Arbeitslosen-Beiträge schnell auf 3,5 Prozent zu senken. Helfen wolle sie damit insbesondere dem «Rückgrat unserer Wirtschaft»: dem Mittelstand.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine Beitragssenkung zur Arbeitslosenversicherung angekündigt, die über die bereits beschlossene Höhe hinausgeht. «Wir werden noch einmal die Lohnzusatzkosten senken und zwar durch die Senkung des Arbeitslosenversicherungsbeitrages auf 3,5 Prozent», sagte die Kanzlerin in ihrer am Samstag im Internet veröffentlichten wöchentlichen Video-Botschaft.

Mehr in der Netzeitung:
«Ich stehe dafür, dass dies schnell erfolgt, so dass Mittelständler es leichter haben, in unserem Lande zu produzieren und damit weiter das Rückgrat unserer Wirtschaft sein können», fügte Merkel an. Beschlossen hat die Große Koalition bislang lediglich eine Reduzierung von aktuell 4,2 Prozent auf 3,9 Prozent.

Auch die SPD-Spitze hält inzwischen wegen der besseren Lage am Arbeitsmarkt und der überschaubaren Kassenlage eine Senkung zum Januar auf 3,5 Prozent für möglich. Darauf hatten sich SPD-Chef Kurt Beck, Vizekanzler Franz Müntefering und Fraktionschef Peter Struck bei ihrem Treffen am Dienstag in Mainz verständigt. Der SPD-Vorstand und der Parteitag sollen in der kommenden Woche darüber befinden. Einige Unionspolitiker setzen sich sogar für noch niedrigere Beiträge ein.

Merkel hob zudem die entscheidende Bedeutung des Mittelstandes für den wirtschaftlichen Aufschwung hervor. «Der Mittelstand erarbeitet zwar nur 40 Prozent der Umsätze in Deutschland, aber er stellt 70 Prozent der Arbeitsplätze zur Verfügung und sogar 83 Prozent der Ausbildungsplätze», sagte sie. «99,7 Prozent aller Betriebe sind mittelständisch, das heißt, sie haben unter 500 Beschäftigte.»

Mehr im Internet:
«Deshalb betreibt die Bundesregierung auch eine ganz entschiedene Politik für den Mittelstand», versicherte Merkel. Als Beispiele nannte sie den Bürokratieabbau, die Reform der Erbschaftsteuer und die Beteiligung mittelständischer Unternehmen an der Forschung. An diesem Dienstag hält die Kanzlerin beim «Tag des industriellen Mittelstands», der vom Bundesverband der Deutschen Industrie organisiert wird, eine Rede. (dpa/AP)
 
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