Grass macht wieder Wahlkampf
18.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
anderem unterstützte er Kanzler Willy Brandt. Später wandte er sich dann von der SPD ab, trat aus Protest Anfang der neunziger Jahre sogar aus der Partei aus. Trotzdem unterstützte Grass später Schröder bei seinen Wahlkämpfen.
Grass betonte, Naumann habe ihn nicht um Hilfe gebeten, er habe sich selbst angeboten. «Wo immer es notwendig ist, auch in der Öffentlichkeit, weiß ich eine Menge Gründe, warum ich ihn unterstütze.» Hamburg habe eine große sozialdemokratische Tradition. «Und der Wechsel, der hier stattgefunden hat, ging nicht mit rechten Dingen zu.» Die CDU sei 2001 mit Hilfe der «rechtsradikalen Schill-Partei» an die Macht gekommen, sagte Grass. «Es ist auch eine Schande, dass damals die FDP mitgemacht hat in diesem üblen Geschäft.» In Hamburg wird am 24. Februar 2008 eine neue Bürgerschaft gewählt. Seit 2004 regiert die CDU mit absoluter Mehrheit.
Grass warnte vor einem NPD-Verbot. «Das führt nur zu einer Neugründung unter anderem Namen und man macht diese Leute, die sich verrannt haben, zu Märtyrern.» Viel gefährlicher sei es, wenn in den großen Partein rechte Thesen verbreitet würden, um am rechten Rand Wähler fischen zu wollen.(dpa)

