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Grass macht wieder Wahlkampf

18. Okt 2007 21:34
Günther Grass will Naumann als Hamburger Bürgermeister
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Dass er aus der SPD ausgetreten ist, hat Literatur-Nobel-Preisträger Günther Grass nicht davon abgehalten, sich für Gerhard Schröder politisch einzusetzen. Jetzt will er Michael Naumann im Kampf um das Hamburger Bürgermeisteramt helfen.

Literaturnobelpreisträger Günter Grass wird Hamburgs SPD-Spitzenkandidat Michael Naumann im Wahlkampf um das Bürgermeisteramt in der Hansestadt unterstützen. Der frühere Mitherausgeber der Wochenzeitung «Die Zeit» habe bereits als Kulturstaatsminister in der Bundesregierung von Gerhard Schröder (SPD) eine Arbeit geleistet, «die sich sehen lassen kann», begründete Grass sein Engagement am Donnerstag in Hamburg.

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Grass, der erst am Dienstag seinen 80. Geburtstag gefeiert hatte, sagte: «Ich wünsche mir als nachträgliches Geburtstagsgeschenk einen Wechsel in Hamburg und einen sozialdemokratischen Bürgermeister.» Grass übergab Naumann 1000 von ihm entworfene SPD-Wahlplakate aus dem Jahr 1969 und 150 handsignierte Lithographien eines Silberbarschkopfes zur Aufbesserung der Wahlkampfkasse. Grass hat sich bereits in der Vergangenheit für die SPD eingesetzt. Unter
anderem unterstützte er Kanzler Willy Brandt. Später wandte er sich dann von der SPD ab, trat aus Protest Anfang der neunziger Jahre sogar aus der Partei aus. Trotzdem unterstützte Grass später Schröder bei seinen Wahlkämpfen.

Grass betonte, Naumann habe ihn nicht um Hilfe gebeten, er habe sich selbst angeboten. «Wo immer es notwendig ist, auch in der Öffentlichkeit, weiß ich eine Menge Gründe, warum ich ihn unterstütze.» Hamburg habe eine große sozialdemokratische Tradition. «Und der Wechsel, der hier stattgefunden hat, ging nicht mit rechten Dingen zu.» Die CDU sei 2001 mit Hilfe der «rechtsradikalen Schill-Partei» an die Macht gekommen, sagte Grass. «Es ist auch eine Schande, dass damals die FDP mitgemacht hat in diesem üblen Geschäft.» In Hamburg wird am 24. Februar 2008 eine neue Bürgerschaft gewählt. Seit 2004 regiert die CDU mit absoluter Mehrheit.

Grass warnte vor einem NPD-Verbot. «Das führt nur zu einer Neugründung unter anderem Namen und man macht diese Leute, die sich verrannt haben, zu Märtyrern.» Viel gefährlicher sei es, wenn in den großen Partein rechte Thesen verbreitet würden, um am rechten Rand Wähler fischen zu wollen.(dpa)

 
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