netzeitung.deAbiturprüfungen werden bundesweit vergleichbar

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Ab 2010 einheitliche Standards bei Reifeprüfungen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ab 2010 einheitliche Standards bei Reifeprüfungen
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Die Kultusminister der Länder haben einheitliche Standards bei der Reifeprüfung beschlossen. Ein Zentral-Abitur wird es aber nicht geben.

Die Abiturprüfungen in Deutschland sollen schon bald vergleichbar sein. Auf ihrer Konferenz in Bonn beschlossen die Kultusminister am Mittwoch die Ausweitung der bereits für die Jahrgangsstufen 4, 9 und 10 entwickelten einheitlichen Bildungsstandards für Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen auf die Allgemeine Hochschulreife. Die Einführung eines Zentralabiturs ist aber nicht geplant.

Dies haben die Kultusminister der Länder am Mittwoch in Bonn einstimmig beschlossen, bestätigte die Sprecherin von Hessens Kultusministerin Karin Wolff (CDU). Die Pläne sollen bereits ab dem Schuljahr 2010/2011 gelten. Es gehe um die Vergleichbarkeit des Abiturs, nicht um Vereinheitlichung, hieß es im Wiesbadener Kultusministerium. Ziel sei nicht ein Zentralabitur mit bundesweit einheitlichen Prüfungsaufgaben.

Kein Zentral-Abitur
Die hessische Kultusministerin Karin Wolff sagte, nun sei gesichert, dass alle Schüler von Kiel bis Konstanz ein gleichwertiges Abitur haben würden. Die bundesweite Vergleichbarkeit von Schulabschlüssen sei nun garantiert. Dabei bleibe es den Ländern überlassen, auf welchem Weg sie zur Erfüllung der Standards gelangten. Auf diese Weise würden sich die besten Konzepte durchsetzen und eine Qualitätssteigerung erreicht, erklärte Wolff.

Forderungen nach einem Zentralabitur, das unter anderem von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) befürwortet wird, waren zuvor auf Ablehnung gestoßen. «Ich sehe nicht, dass ein bundesweites Zentralabitur ein Beitrag zur Qualitätssteigerung im Schulsystem ist», sagte die rheinland-pfälzische Landesbildungsministerin Doris Ahnen (SPD) im Südwestrundfunk.

Merkel glaubt an Zentralabitur
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte den Beschluss «wichtig», sprach sich aber erneut für zentrale Prüfungen aus. Dann könnten sich die Universitäten Eingangsprüfungen ersparen, erklärte sie in Berlin. «Das wird eines Tages Normalität werden.»

Es sei vernünftig zu definieren, was Schüler zu einem bestimmten Zeitpunkt ihrer Schullaufbahn können sollten. «Aber das heißt doch längst noch nicht, dass man auch die gleichen Aufgaben stellen muss», erklärte die Bildungsministerin. Ein Zentralabitur berge die Gefahr einer Nivellierung und werfe auch organisatorische Fragen etwa bei der Ferienterminierung auf.

GEW bezeichnet Pläne als Geldverschwendung
Der Deutsche Lehrerverband begrüßte das Vorhaben, bundesweit einheitliche Abitur-Standards zu schaffen, lehnt ein Zentralabitur aber ebenfalls ab. Auch der Deutsche Philologenverband begrüßte die nun beschlossene Einführung einheitlicher Bildungsstandards. Die Diskussion über ein Zentralabitur bezeichnete der Verband dagegen als überflüssig. Vielmehr müssten diejenigen Bundesländer mit reduzierten Maßstäben ihre Anforderungen erhöhen, verlangte der Verband.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnte dagegen davor, mit der Entwicklung einheitlicher Abiturstandards Zeit und Geld zu verschwenden. Die Schulabschlüsse im gymnasialen Bereich seien bereits vergleichbar. Auf Länderebene hat sich das Zentralabitur bereits durchgesetzt. 14 der 16 Bundesländer haben es jeweils bereits eingeführt, Schleswig-Holstein folgt im nächsten Jahr. Lediglich Rheinland-Pfalz hat keine solchen Pläne.(AP)