13. Okt 2007 12:11, ergänzt 14. Okt 2007 11:57
Im Streit um ALG I zeigt sich Müntefering kompromissbereit. Er wolle sich mit SPD-Chef Beck zusammensetzen, so der Vizekanzler. Und auch Kanzlerin Merkel meldete sich zu Wort.
Vizekanzler Müntefering schlug Beck laut «Spiegel» vor, ältere Arbeitslose müssten sich künftig entweder fortbilden oder mit Sanktionen rechnen. Außerdem müssten sie über 55 Jahre alt sein, um 24 Monate Arbeitslosengeld zu erhalten. Zudem wolle Müntefering die Möglichkeit der Frühverrentung für ältere Arbeitslose vollständig ausschließen, berichtete das Magazin.In der «Bild»-Zeitung regte Müntefering an, bei älteren Arbeitslosen eine Fortbildung oder Beschäftigungsmaßnahme an die Bezugsdauer des ALG I anzuhängen. Es gebe bereits jetzt eine Regelung, nach der Fortbildungsmaßnahmen auf die Bezugsdauer für Arbeitslosengeld nicht voll angerechnet werden.
Merkel, die sich in der Debatte bislang zurückgehalten hatte, sagte in der «Bild am Sonntag»: «Jetzt werden wir sehen, was die SPD auf dem Parteitag beschließt, und dann in der Koalition darüber sprechen.» Zugleich stellte die CDU-Vorsitzende Bedingungen für eine Verständigung mit der SPD. Veränderungen beim Arbeitslosengeld I müssten kostenneutral gestaltet werden. Sie erinnerte daran, dass ein ähnlicher Beschluss bereits Teil des Wahlprogramms der Union 2005 gewesen sei. Diesen Vorschlag habe die Union Anfang des Jahres der SPD unterbreitet.