Bundesdatenschützer kritisiert neuen Ausweis
Darüber hinaus ist eine Echtheitsnachweis-Funktion für die Identifizierung beim Interneteinkauf oder beim Internetverkehr mit Behörden vorgesehen. Weiterhin soll der Ausweis eine persönliche Geheimzahl (Pin) enthalten. Optional ist eine digitale Signatur.
Bei der Pin, der elektronischen Signatur und dem Zertifikat für den Internetverkehr habe er kein Problem, sagte Schaar auf Netzeitung.de. Sehr wohl aber mit den Fingerabdrücken. «Die Fälschungssicherheit wird durch die Fingerabdrücke nicht erhöht», sagte Schaar, der als Datenschützer immer hin dem Bundesinnenminister untersteht. Die elektronische Signatur sei hierfür völlig ausreichend.
Schaar und die Linken eint die Auffassung, der beste Schutz von Privatsphäre und Bürgerrechten sei, Daten gar nicht erst zu erheben. Fingerabdrücke zu speichern, sei unnötig, unverhältnismäßig und schaffe keine zusätzliche Sicherheit, kritisierte der Bundestagsabgeordnete der Linken, Jan Korte. Die Innenpolitiker der Koalition hatten sich zwar im Grundsatz darauf geeinigt, dass digitalisierte Fingerabdrücke nur auf dem Ausweis gespeichert werden sollen, nicht aber bei den Behörden. Schaar bleibt skeptisch: «Die Union hat die Entscheidung der externen Speicherung nur aufgeschoben, was nicht heißt: aufgehoben.» Auch Linksfraktions-Experte Korte nannte die Beteuerungen unglaubwürdig. «Bisher war es immer so, dass Daten, die einmal vorhanden sind, Begehrlichkeiten wecken und dann auch genutzt werden.»
Auch für den SPD-Innenexperten Fritz-Rudolf Körper ist klar: «Die Fingerabdrücke ja, auf keinen Fall eine Datei.» Die Union scheint die Marschroute zu unterstützen. Angesichts der Haltung der Sozialdemokraten, habe man die Forderung nach einem zentralen Speicherort für die Fingerabdrücke zurückgestellt, sagte der Unions-Innenexperte Hans-Peter Uhl (CSU) «Das ist kein Kampfthema zwischen uns und der SPD.» (nz/dpa/AP)

