04. Okt 2007 16:49
In letzter Zeit fallen Kirchenobere mit sprachlichen Anleihen bei den Regimes der Neuzeit auf. Jüngstes Beispiel: Eine Parallele zwischen deutscher Familienpolitik und Umerziehungslagern.
Die Grünen reagierten prompt: Mixa spiele «mit der sprachlichen Nähe zu Verbrechen von Gulag bis Pol Pot», empörte sich Parteichefin Claudia Roth und erinnerte damit an Lager in der ehemaligen Sowjetunion oder in asiatischen Ländern, in denen die Herrscher Menschen im Sinne der herrschenden Ideologie und Doktrin umerzogen. So hatte etwa die von dem Kommunisten Pol Pot geführte Guerillatruppe Rote Khmer 1975 ganz Kambodscha in ein einziges Arbeitslager verwandelt. «Mixa verhöhnt Menschen, die Opfer von schlimmen Untaten wurden und diskreditiert das Engagement für bessere Kinderbetreuung auf absolut unerträgliche Weise», so die Parteichefin. Mixa hatte bereits im Februar für heftige Diskussionen über die Familienpolitik gesorgt, als er sagte, wer mit staatlicher Förderung Mütter dazu verleite, ihre Kinder bereits kurz nach der Geburt in staatliche Obhut zu geben, degradiere die Frau zur «Gebärmaschine». Roth schimpfte, mit seinen weltfremden und ausgrenzenden Thesen stelle sich Mixa so weit ins Abseits, dass man sich nicht über die Abkehr vieler Menschen von der katholischen Kirche wundern müsse. (nz/dpa)