04. Okt 2007 12:13
Dem Literaten ist das Hauptproblem der SPD jedoch durchaus bewusst: Kanzlerin Merkel setzt sozialdemokratische Reformpolitik um, ohne dass die SPD profitiert.
Aus seiner ungebrochenen Sympathie für die Sozialdemokraten macht der in Lübeck lebende Schriftsteller keinen Hehl, auch wenn er 1992 aus der Partei ausgetreten ist. Grass sprach auch über die Wählerverluste, die die Linkspartei der SPD bereitet, indem sie die bei den Konzepten der SPD-Parteilinken Anleihe nimmt. Grass warnte, Linksparteichef Oskar Lafontaine sei ein «Demagoge». Er stelle «Gratis-Forderungen», die größtenteils nicht finanzierbar seien und scheut sich nicht, am rechten Rand um Wählern zu werben. «Der ist nicht ungefährlich, weil er hochbegabt ist», so Grass. Stünde Lafontaine nicht an der Spitze, hätte Grass keine Bedenken gegen eine Koalition der Linken mit der SPD. (nz/dpa)