01. Okt 2007 12:11
«Mutige Reformen» hat Bundespräsident Köhler gefordert. Für ihn ist Deutschland kein «effektiv vorsorgender Sozialstaat» – alle müssten gleiche Chancen auf gute Bildung haben.
Zum großen Gehaltsgefälle in Deutschland betonte er: «Der Aufstieg der einen darf nicht der Abstieg der anderen sein.» Eine wachsende Ungleichheit der Einkommen sei in der Vergangenheit nur hingenommen worden, weil die Kurve für alle nach oben wies. «Dies muss so bleiben», sagte Köhler. Der Bundespräsident rief die Deutschen auf, ihre Möglichkeiten besser zu nutzen und sich wieder an die Spitze von Wissenschaft und Wirtschaft hochzuarbeiten. Deutschland tue sich schwer damit, Probleme rasch und nachhaltig zu lösen.Köhler warnte davor, «bei der Erneuerung auf halbem Wege stehen zu bleiben». Er betonte, «die mutigen Reformen der vergangenen Jahre» hätten einen deutlichen Beitrag zum Rückgang der Arbeitslosigkeit geleistet: «Ich bin der Ansicht: Vollbeschäftigung ist möglich.»
Köhler sprach sich zugleich für eine stärkere Beteiligung der Arbeitnehmer am Kapital der Unternehmen aus und für die Sicherung des sozialen Netzes im Sinne eines «ertüchtigend-vorsorglichen Staats». Er müsse den «betreuend fürsorglichen Saat» ablösen. Alle müssten endlich auch gleiche Zugangschancen zu guter Bildung haben.