29. Sep 2007 16:22
Die Analyse der Stiftung Warentest sei richtig, meint Thomas Krüger. Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung sieht ebenfalls Mängel in Schulbüchern in Bezug auf die DDR.
Die Stiftung Warentest hatte nach der Untersuchung von Schul-Geschichtsbüchern kritisiert, dass die DDR oft einseitig geschildert werde. Auch sachliche Fehler wie falsche Zeitangaben wurden entdeckt. Krüger verwies darauf, dass die Bundeszentrale in den vergangenen Jahren intensiv mit Historikern an einer Verbesserung gearbeitet habe. Dabei sei das Werk «Teilung und Integration» entstanden, das eine Grundlage für die Schulbuchentwicklung sein könne. Eine Änderung der Bücher sei aber Aufgabe der Verlage und der Kultusbehörden der Länder. Nachholbedarf im historischen Bewusstsein sieht Krüger in ganz Deutschland. Für viele Westdeutsche, die 1990 die Einheit mit Euphorie erlebt hätten, sei danach nur noch die finanzielle Belastung durch den Solidaritätszuschlag Thema gewesen.
Die DDR-Geschichte dürfe nicht einfach als ein Aspekt des Sowjetimperiums begriffen werden, sondern als Folge des Zweiten Weltkriegs, betonte Krüger. Eine Hälfte Deutschlands habe unter der Vorherrschaft der Sowjetunion ohne Freiheit und Demokratie leben müssen, während es der anderen Hälfte dank der Rahmenbedingungen über Jahrzehnte sehr viel besser ergangen sei. Die Erinnerung daran gehöre in das kulturelle Gedächtnis, gerade auch in den alten Bundesländern. «Diese Haltung des Mitfühlens, der Sympathie mit den Menschen, muss man immer wieder auf die Tagesordnung setzen.» (dpa)