29. Sep 2007 12:54
Der bisherige CSU-Chef Edmund Stoiber hat sich in seiner Abschiedsrede «stolz» über den Zustand seiner Partei geäußert. Er präsentierte sich so, wie man ihn kennt - mit heftigen Attacken vor allem gegen Linke.
In der kämpferischen Rede räumte Stoiber ein, dass die CSU als Regierungspartner keine bequeme Partei sei. «Ich bin für viele in Bonn und Berlin lästig und schwierig gewesen.» Auch die Bewerber um seine Nachfolge, Bundesagrarminister Horst Seehofer und der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber, seien «nervige Leute», wenn es darum gehe, die Interessen Bayerns zu vertreten.Stoiber würdigte die CSU als die erfolgreichste Partei in ganz Europa. «Die CSU ist die politische Heimat meines Lebens», sagte Stoiber. Er habe das große Erbe der Partei weitertragen dürfen. «Es war mir eine Ehre. Ich hoffe, ich bin der Verantwortung gerecht geworden.» Es gebe in ganz Europa keine Partei, die erfolgreicher und stärker sei als die CSU, betonte Stoiber. Dies dürfe nicht «durch Aktualitäten» gefährdet werden. Man dürfe nie vergessen: Die Partei sei für die Menschen da und nicht umgekehrt. «Ich bin stolz und zufrieden, wie die CSU heute dasteht.»
Vor Stoibers Abschiedsrede war der bayerische Innenminister Beckstein zum Spitzenkandidat der CSU für die Landtagswahl 2008 nominiert worden. Bei der Abstimmung auf dem Parteitag in München erhielt er knapp 97 Prozent der Stimmen. Beckstein sagte , er wolle als Ministerpräsident die erfolgreiche Politik von Amtsinhaber Stoiber fortsetzen, ohne diesen zu kopieren. Zugleich rief er seine Partei zur Geschlossenheit auf.
Am Mittag entscheiden die Delegierten über die Nachfolge Stoibers im Amt des Parteivorsitzenden. Um das Amt bewerben sich der bayerische Wirtschaftsminister Huber, Bundesagrarminister Seehofer und die Fürther Landrätin Gabriele Pauli. Diese hatte bereits vor der Wahl Becksteins auf dem Parteitag für Aufregung gesorgt. Sie warf dem künftigen Regierungschef vor, sie diffamiert zu haben. Beckstein bot ihr ein klärendes Gespräch an. (nz/dpa/AP)