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Grüne machen im Internet gegen Kohle mobil

26. Sep 2007 15:42
Kohlekraftwerk Niederaussem bei Köln
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Die Grünen haben Bundeskanzlerin Merkel aufgefordert, sie solle ihren Klimaschutz-Appellen Taten folgen lassen. Mit einer Aktion im Internet zeigen sie, wie diese aussehen können, berichtet Dietmar Neuerer.

Mit einer Internetkampagne machen die Grünen gegen Kohlekraftwerke mobil. Zu diesem Zweck hat die Partei eine interaktive Kohlekarte im Stil von Google Maps (www.klimakillerkohle.de) online gestellt, auf der erstmals alle geplanten Kraftwerke und der bundesweite Widerstand aufgelistet sind.

Mehr in der Netzeitung:
Die Grünen wollen mit ihrer Aktion auch auf die verfehlte Klimapolitik der Bundesregierung hinweisen. «Eine Regierung, die gegen alle Klimavernunft über dreißig Kohlekraftwerke planen lässt, macht ihre eigenen Appelle zur großen Heuchelei», sagte Parteichef Reinhard Bütikofer im Gespräch mit Netzeitung. Er forderte Bundeskanzlerin Merkel zu Handeln auf: «Der Worte sind genug gewechselt, nun lasst uns Taten sehen. Das möchte ich Frau Merkel zurufen, die zwar international gern mit Klima-Appellen glänzt, aber in Deutschland bisher jede Konsequenz vermissen lässt.»

Mehr im Internet:
Nach Grünen-Angaben sind insgesamt 27 neue Kohlekraftwerke in Planung. Auf der Online-Karte der Grünen sind die erwarteten Standorte gekennzeichnet. Werden die Symbole angeklickt, bekommt der Nutzer detaillierte Informationen wie Inbetriebnahme, Bundesland, Betreiber und CO2-Ausstoß pro Jahr. Klickt man weiter, erhält man Hinweise auf Bürgerinitiativen sowie eine Übersicht über Presseartikel zu den Kraftwerksstandorten.

Experten sind sich sicher, wenn alle geplanten Kraftwerke gebaut werden, dann wird Deutschland zukünftige Klimaschutzziele nicht erreichen. «Darüber muss sich Frau Merkel im Klaren sein und sie müsste den Klimaschutz, den sie nach außen trägt, auch zu Hause umsetzen», sagte Gabriela von Goerne, Expertin für Klimapolitik bei Greenpeace, der Zeitung «Neues Deutschland».

Greenpeace rechnet vor: Deutschland bläst jährlich 994 Millionen Tonnen Treibhausgase, davon 865 Millionen Tonnen des schädlichen Kohlendioxids (CO2) in die Luft. Das sind 3,2 Prozent des weltweiten Ausstoßes. Von 1990 bis 2005 sank der CO2-Ausstoß zwar um 16 Prozent. Das allerdings war laut Greenpeace zum Großteil dem Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft geschuldet. Werden nun weitere 27 neue Kohlekraftwerke geplant, steigt der CO2-Ausstoß noch um weitere 147 Millionen Tonnen.

 
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