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Grüne fordern Aktionsplan gegen Schwulenhass

26. Sep 2007 08:37
Schwules Paar
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Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Beck führt den Schwulenhass vieler Migranten auf Defizite in der Integrationspolitik zurück. Auf Netzeitung.de fordert er die Bundesregierung zum Handeln auf.

Angesichts einer Studie, derzufolge bei jungen Einwanderern aus der Türkei und der ehemaligen Sowjetunion Schwulenhass weit stärker verbreitet ist als bei deutschen Jugendlichen, fordern die Grünen Konsequenzen. «Die Integrationspolitik darf sich nicht auf Vermittlung von Deutschkenntnissen beschränken», sagte der Geschäftsführer der Grünen-Fraktion im Bundestag, Volker Beck, selbst bekennender Schwuler, im Gespräch mit Netzeitung.de.

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Er unterstütze daher den Vorschlag des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland (LSVD), einen gemeinsamen Aktionsplan mit Migrantenorganisationen zum Abbau der Homophobie zu entwickeln. «Homophobie muss ein Thema der Integrationspolitik werden», forderte Beck und fügte hinzu: «Da hat Frau Böhmers Integrationsplan leider einen weißen Fleck.» Maria Böhmer (CDU) ist Integrationsbeauftragte der Bundesregierung.

Beck reagierte damit auf eine Untersuchung der Universität Kiel. Der Studie zufolge haben Berliner Schüler mit russischen oder türkischen Wurzeln spürbar mehr Vorurteile gegen Homosexuelle als ihre deutschen Klassenkameraden. Die tief empfundene Abneigung gegenüber Schwulen und Lesben werde nicht allein von Religiosität geprägt, sondern auch von traditionellen Männlichkeitsnormen und der Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben, sagte Studienleiter Bernd Simon am Dienstag in Berlin.

Für die Studie, die das Bundesfamilienministerium unterstützte, wurden im Sommer 2006 rund 1000 Berliner Gesamtschüler und Gymnasiasten zwischen zwischen 14 und 20 Jahren befragt. Die Interviewer ließen Hauptschüler und kleinere Ausländergruppen bewusst außen vor, weil sie Auskünfte aus der Mitte der Gesellschaft haben wollten. Eine Frage lautete zum Beispiel, ob die Jugendlichen ein küssendes schwules oder lesbisches Paar auf der Straße abstoßend fänden. Auf diese Frage antworteten 48 Prozent der jungen deutschen Männer mit «Ja». Bei Jugendlichen mit russischen Wurzeln waren es 76 Prozent, bei türkischen Migranten 79 Prozent. (nz)

 
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