Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

China sagt weiteres Treffen mit Deutschland ab

24. Sep 2007 15:37
Angela Merkel
Bild vergrößern
Im deutsch-chinesischen Verhältnis bemüht sich die Bundesregierung um Schadensbegrenzung. Das schert China wenig: Die Regierung in Peking sagte ein Außenminister-Treffen kurzfristig ab.

Die Verstimmung Chinas über das Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Dalai Lama im Kanzleramt hält unvermindert an. Das traditionelle Frühstück des chinesischen Außenministers mit seinem deutschen Kollegen während der laufenden UN-Woche in New York findet aus «terminlichen Gründen» nicht statt, wie das Auswärtige Amt am Montag in Berlin mitteilte. Die Bundesregierung versuchte unterdessen, die Wogen zu glätten.

Mehr in der Netzeitung:
Außenamtssprecher Martin Jäger ließ die Frage nach einem direkten Zusammenhang der Frühstücksabsage mit dem Empfang des geistlichen Oberhaupts der Tibeter im Kanzleramt offen. Merkels Amt nahm unterdessen Kontakt zur chinesischen Botschaft in Berlin auf, um die Irritationen auszuräumen. Ihr außenpolitischer Berater Christoph Heusgen habe Botschafter Ma Canrong dargelegt, dass es keine Änderung der deutschen Chinapolitik gebe und dass der Dalai Lama sich für einen friedlichen Weg zur religiösen und kulturellen Autonomie des tibetischen Volkes einsetze, sagte Regierungssprecher Thomas Steg.

Merkels Gespräch mit dem Dalai Lama sei eine «Selbstverständlichkeit» gewesen. «Solche Gespräche müssen möglich sein», sagte Steg. Man gehe davon aus, dass der Botschafter Heusgens Erklärungen aufmerksam aufgenommen habe und dass die Führung in Peking davon erfahre, sagte Steg. Er zeigte sich «ganz zuversichtlich», dass die guten deutsch-chinesischen Beziehungen sich fortsetzten.

«Technische Gründe»

Merkel hatte den Dalai Lama am Sonntag empfangen. Kurz zuvor hatte China seine für Sonntag geplante Teilnahme am deutsch-chinesischen Rechtsstaatsdialog in München aus «technischen Gründen» abgesagt.

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries kündigte an, sie wolle sich um einen baldigen Ersatztermin für das Treffen bemühen. «Ich hoffe, dass dieser Dialog auch weiter eine Erfolgsgeschichte bleibt und nicht nachhaltig gestört wird», sagte Zypries der «Berliner Zeitung». Dabei sei klar: «Die Achtung der Menschenrechte war und ist Gegenstand des Rechtsstaatsdialogs mit China.» Allerdings sei es international notwendig, «Belange und Positionen des Gesprächspartners zu beachten».

China wirft dem Dalai Lama und den Exil-Tibetern separatistische Bestrebungen vor. Die Bundesregierung betont dagegen, es gehe um kulturelle und religiöse Autonomie Tibets. Bereits vor dem Besuch hatte die Bundesregierung ihr Festhalten an ihrer Ein-China-Politik bekräftigt.

«Eine der großen Zukunftsmächte»

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse hob hervor, dass Deutschland die demokratische Entwicklung in China unterstützen müsse. Im rbb-Inforadio sagte der SPD-Politiker, ein ebenso großes Interesse habe man jedoch an guten wirtschaftlichen Beziehungen. «China ist eine der großen Zukunftsmächte der Welt.» Es müsse jedoch die Freiheit geben, «mit jedem zu reden, mit dem man anständigerweise reden wolle». Dennoch unterstütze Deutschland keine Separationsbestrebungen Tibets. «Wir sind an dieser Stelle angemessen politisch zurückhaltend», sagte Thierse.

Grünen-Chefin Claudia Roth nannte den Empfang «ein wichtiges Signal». Wichtig sei es jedoch auch, die Achtung der Menschenrechte in China selbst voranzutreiben. Dabei habe auch die deutsche Wirtschaft eine Verantwortung. Sie müsse etwa auf gute soziale Standards achten. (AP)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Josef Depenbrock & Robert Rischke | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.