Merkel hatte den Dalai Lama am Sonntag empfangen. Kurz zuvor hatte China seine für Sonntag geplante Teilnahme am deutsch-chinesischen Rechtsstaatsdialog in München aus «technischen Gründen» abgesagt. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries kündigte an, sie wolle sich um einen baldigen Ersatztermin für das Treffen bemühen. «Ich hoffe, dass dieser Dialog auch weiter eine Erfolgsgeschichte bleibt und nicht nachhaltig gestört wird», sagte Zypries der «Berliner Zeitung». Dabei sei klar: «Die Achtung der Menschenrechte war und ist Gegenstand des Rechtsstaatsdialogs mit China.» Allerdings sei es international notwendig, «Belange und Positionen des Gesprächspartners zu beachten».
China wirft dem Dalai Lama und den Exil-Tibetern separatistische Bestrebungen vor. Die Bundesregierung betont dagegen, es gehe um kulturelle und religiöse Autonomie Tibets. Bereits vor dem Besuch hatte die Bundesregierung ihr Festhalten an ihrer Ein-China-Politik bekräftigt.