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Verfassungsschutz hatte Kontakt zu Terrorplaner

21. Sep 2007 11:01
Verhaftete Terrorverdächtige: In der Mitte Daniel S.
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Vor drei Jahren war der jüngst verhaftete 22-jährige Daniel S. den Ermittlern des saarländischen Verfassungsschutzes zum ersten Mal aufgefallen. Dann wandte sich seine Mutter besorgt an die Behörden.

Der deutsche Inlandsgeheimdienst hatte früher Kontakt zu dem Terrorverdächtigen Daniel S. aus dem Saarland als bislang bekannt. Ein Beamter des saarländischen Verfassungsschutzes habe noch im März diesen Jahres mit dem 22-Jährigen gesprochen, berichtet die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (FAZ) unter Berufung auf Ermittlerkreise. Die Mutter des deutschen Konvertiten und andere Familienmitglieder hätten sich besorgt an die Ermittler gewandt.

Mehr in der Netzeitung:
Polizisten des Bundeskriminalamts hatten S. Anfang September mit zwei Gesinnungsgenossen in einem Ferienhaus im Sauerland verhaftet. Sie sollen dort mit Materialien für den Bombenbau experimentiert und Anschläge auf amerikanische Einrichtungen in Deutschland geplant haben.

Nicht jeder ein potentieller Terrorist

Wie die Zeitung berichtet, wussten die Behörden seit 2003, dass S. in einer radikalen Islamistenszene im Raum Neunkirchen im Saarland verkehrt. Auch seinen Dienst bei der Bundeswehr in Saarlouis 2004 und 2005 habe S. anscheinend schon als radikaler Islamist geleistet.

Interview:
Die Gruppe, der S. angehört haben soll, wird auf etwa ein Dutzend militanter Islamisten geschätzt. Zu ihr gehörten junge Männer zwischen 20 und 30 Jahren - Personen aus Einwandererfamilien und in Deutschland lebende Ausländer, zitiert die FAZ Ermittler des Verfassungsschutzes. Sie teilten demnach eine bestimmte Grundeinstellung, seien aber nicht alle potenzielle Terroristen. Die Moschee in Neunkirchen, die alle zum Beten besuchten, sei kein Treffpunkt gewesen.

Drei Radikalisierungsschübe

S. hätten die Sicherheitsexperten als «absolut fanatisch» und «zum Massenmord fest entschlossen» eingeschätzt, gibt die FAZ Eindrücke der Verfassungsschützer wieder. Sein ebenfalls zum Islam gewechselter Mitbewohner Eric B. aus Saarbrücken wird der Zeitung zufolge in Ägypten vermutet, wo er Islamstudien betreiben wollte. Die Ermittler fürchten, dass er in ein Terror- Ausbildungslager in Pakistan weiterreisen könnte.

Hintergrund:
Laut FAZ haben die deutschen Sicherheitsbehörden anhand von Lebensläufen wie dem von Daniel S. und Eric. B. inzwischen drei Radikalisierungsschübe in Deutschland lebender Muslime auf dem Weg zu möglichen islamistischen Terroristen ausgemacht.

Intervention der Deutschen Botschaft

In der ersten Phase besuchten spätere Terrorverdächtige Islamseminare wie etwa in dem inzwischen geschlossenen «Multi-Kultur-Haus» in Neu-Ulm. Die zweite Phase bestehe in dem Besuch von Lehrgängen im arabischen Ausland zum Studium des Korans, etwa in Damaskus oder Kairo. Und der dritte und gefährlichste Schub komme dann nach einer längeren Pause durch den Aufenthalt in einem terroristischen Ausbildungslager in Pakistan. Letzteres will die Bundesregierung baldigst unter Strafe stellen.

Auch Daniel S. wurde den Angaben zufolge Ende 2006 wegen eines Grenzvergehens in Pakistan in Gewahrsam genommen. Nach Intervention der Deutschen Botschaft und des Auswärtigen Amtes kehrte er im Frühjahr 2007 jedoch ins Saarland zurück. (nz)

 
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