21. Sep 2007 08:09
Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck will westdeutschen SPD-Landesverbänden die Angst vor der Linken nehmen. Vor den Wahlen in Hessen und Niedersachsen tritt er dem rot-roten Koalitionsverbot entgegen.
«Ich hätte mir gewünscht, dass wir Anfang der 90er für genau diese Menschen offener gewesen wären», sagte der zeitweilige SPD-Bundesvorsitzende. «Das hätte der SPD gut getan.» Diese Möglichkeit sei nun vertan. «Heute sind wir politische Konkurrenten. Deswegen stellt sich die Frage nicht», so Platzeck.Platzeck hat nach eigenen Worten ein entspannteres Verhältnis zur Linken als viele seiner Parteifreunde. Politik habe immer auch menschliche Komponenten. «Da bleibt es nicht aus, dass man sich persönlich annähert. Das ist auch mit Politikern aus der PDS so. Deswegen scheint manches vielleicht entspannter als mit Kollegen, die wenig Berührung mit der Linken haben», erläuterte Platzeck.
Die SPD in Brandenburg stehe seit 1990 erfolgreich in Konkurrenz zur PDS. «Wir haben uns von ihr nie in die Defensive drängen lassen. Deswegen regieren wir vielleicht auch seit 17 Jahren in Brandenburg, so lange wie sonst nirgends im Osten Deutschlands», sagte er. (dpa/nz)