19. Sep 2007 19:32
Aus der Sicht nicht nur von Zentralrats-Präsidentin Knobloch war die Kandidatur Stephan Kramers für die Gemeindewahlen in Berlin mit seinem Amt als Generalsekretär des Zentralrats unvereinbar. Deshalb nun die Konsequenz.
Daraufhin habe sich Kramer entschlossen, «von einer Kandidatur in Berlin Abstand zu nehmen und sich künftig ganz auf seine Aufgabe als Generalsekretär des Zentralrats zu konzentrieren». Sie seien überzeugt, betonten Knobloch und die Vizepräsidenten, «dass die außergewöhnlich erfolgreiche Arbeit des Generalsekretärs auch in Zukunft so vertrauensvoll wie bisher fortgesetzt wird zum Wohle der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland», heißt es in der Presseerklärung vom Mittwoch. Bereits zuvor hatte die Zentralratsspitze die Ankündigung Kramers für eine Kandidatur zu den Wahlen in Berlins jüdischer Gemeinde kritisiert. «Diese Kandidatur ist mit uns nicht abgestimmt», betonten sie am Montag.
Kramer hatte nach Zeitungsberichten am Sonntag angekündigt, dass er am 25. November über die Wahlliste «Atid» (hebräisch: Zukunft) antreten wolle. Er kritisierte dabei die Machtkämpfe innerhalb der Gemeinde und warnte vor einer Spaltung. Bei den Wahlen für die 21 Sitze im Gemeindeparlament wird voraussichtlich auch der aktuelle Vorsitzende, Gideon Joffe, kandidieren. Er hatte den Vorsitz 2005 von Albert Meyer nach Unstimmigkeitern im Vorstand übernommen. Die Jüdische Gemeinde Berlin ist mit rund 12.000 Mitgliedern die größte in Deutschland. (dpa)