19.09.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Kardinal Meisner
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«Überzogen und unredlich» findet der Augsburger Bischof Walter Mixa die Kritik am Kölner Kardinal Joachim Meisner. Der sei über jeden Verdacht erhaben, das Vokabular der Nazi-Zeit hoffähig machen zu wollen.
Der Augsburger Bischof Walter Mixa hat die Kritik am Kölner Kardinal Joachim Meisner als «überzogen und unredlich» kritisiert. Der Kardinal, der in der ehemaligen DDR selbst Unterdrückung erlebt habe, sei über jeden Verdacht erhaben, das Vokabular der Nazi-Zeit hoffähig machen zu wollen, betonte Mixa am Mittwoch in einer in Augsburg veröffentlichten Mitteilung. Meisner hatte in einer Predigt gesagt: «Dort, wo die Kultur vom Kultus, von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, erstarrt der Kult im Ritualismus und die Kultur entartet. Sie verliert ihre Mitte.»
Nach Mixas Angaben habe der Kölner Kardinal deutlich machen wollen, dass menschliche Kultur und Zivilisation ihren Maßstab verlieren, wo «die Letztverantwortung vor Gott einer zunehmenden Gottvergessenheit» weiche. Meisner habe Recht mit seiner Aussage, dass die Abkoppelung der Kultur von Gott zum Verlust ihrer Mitte führt.
«Besonders bedauerlich ist es, wenn sich in einer solchen Kampagne auch führende Katholiken dazu hergäben, dem Kardinal in den Rücken zu fallen, ohne sich auf die Sinnaussagen der Predigt zu beziehen», sagte Mixa. (dpa)