Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Paulis Ehe-Vorstoß entsetzt CSU-Kollegen

19. Sep 2007 17:23, ergänzt 21:13
Gabriele Pauli
Bild vergrößern
Mit ihrer Forderung nach einer Befristung der Ehe stößt CSU-Landrätin Pauli auf massiven Widerstand. CSU-Chef Stoiber forderte Pauli auf, die Partei zu verlassen.

Rund eine Woche vor dem CSU- Parteitag hat die Außenseiterkandidatin Gabriele Pauli mit einem Aufsehen erregenden Vorschlag den Kampf um den Parteivorsitz angeheizt. Die Fürther Landrätin forderte am Mittwoch in München eine Befristung von Ehen auf etwa sieben Jahre. Danach sollten die Partner sich trennen können oder aktiv für eine Verlängerung der Ehe aussprechen. Der von CSU und katholischer Kirche heftig kritisierte Vorstoß Paulis überlagerte die Herbstklausur der CSU-Landtagsfraktion im oberfränkischen Kloster Banz.

Mehr in der Netzeitung:
Dort hielt der auf Druck der Fraktion Ende September aus seinen Ämtern scheidende Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber vor den Abgeordneten eine versöhnliche Abschiedsrede. «Ich gehe nicht in Groll, sondern in Dankbarkeit», sagte er laut Redemanuskript. Erstmals ließ Stoiber eine Präferenz für Wirtschaftsminister Erwin Huber als neuen CSU-Vorsitzenden erkennen. Beim Parteitag treten Huber, Bundesagrarminister Horst Seehofer und Pauli gegeneinander an. Pauli werden keine Chancen eingeräumt. Sie hatte Ende vergangenen Jahres die Krise um Stoiber mit Bespitzelungsvorwürfen gegen die Staatskanzlei ausgelöst.

Empörung und nochmals Empörung

Pauli erntete für ihren Vorschlag einer Ehe auf Zeit Empörung in der CSU und der katholischen Kirche. Stoiber legte ihr den Austritt aus der Partei nahe. Wer eine zeitlich befristete Ehe fordert, stelle sich «geradezu aggressiv konträr» gegen die Position der CSU, sagte er in Kloster Banz in Bad Staffelstein. Paulis Position sei bisher nicht einmal von den Grünen «oder bei exotischeren Parteien» vertreten worden. Die Grünen-Bundesvorsitzende Claudia Roth bezeichnete die Forderung von Pauli als «ausgemachten Schmarrn». Am Rande der Herbstklausurtagung der bayerischen Grünen in Bamberg sagte Roth, wenn Pauli schon die Befristung der Ehe fordere, dann solle sie es konsequent weiterdenken. «Dann soll sie gleich noch das Rotationsprinzip fordern, dass man nach sieben Jahren dann mit dem Partner rotiert.»

Landtagspräsident Alois Glück (CSU) sagte: «Diese Kandidatur wird zur Provokation.» Die katholische Kirche in Bayern warnte vor einem «Zerreden» der Institution Ehe.

Pauli sieht sich trotz ihrer den CSU-Grundsätzen widersprechenden Forderungen in der richtigen Partei. «Das Programm der CSU ist im Wesentlichen meines, es gibt nur wenige Dinge, die ich anders sehe.» Sie warf der CSU Entfremdung von den Bürgern vor. Die Politik «von oben herab» müsse sich ändern. Mit ihrer Kandidatur wolle sie ein Signal dafür geben, Politik wieder «wahrhafter und glaubwürdiger» zu machen. Pauli sprach sich bei der Vorstellung ihres Wahlprogramms auch gegen das von einem Großteil der CSU geforderte Betreuungsgeld für Eltern aus, die ihre kleinen Kinder zu Hause erziehen.

Stoiber äußerte sich in Bad Staffelstein nach Angaben mehrerer CSU-Abgeordneter lobend über Huber. Stoiber habe Hubers jahrelange Arbeit an seiner Seite als Staatskanzleichef hervorgehoben und ihn als glänzende Besetzung bezeichnet. Stoiber habe auch die Vorzüge von Parteivize Horst Seehofer hervorgehoben, doch sei eine Präferenz für Huber zu erkennen gewesen.

Nach den häufigen Spannungen der vergangenen Monate nahmen die Abgeordneten Stoibers versöhnliche Rede mit großem Beifall auf. Stoiber wünschte seinen Nachfolgern ausdrücklich alles Gute. Die Fraktion sei für ihn «mehr als eine politische Heimat». Wenn sein Rat gefragt bleibe, stehe er selbstverständlich zur Verfügung. (dpa)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Josef Depenbrock & Robert Rischke | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.