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Bundestag will keine Nato-Tipps zu Afghanistan

14. Sep 2007 12:18
Bundeswehrsoldaten am Hindukusch
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Parlamentarier fürchten um die Hoheit des Bundestages. Aus Brüssel vorgebrachte Wünsche für das Militärengagement Deutschlands am Hindukusch sorgen für Verärgerung in den Fraktionen.

Im Bundestag macht sich Ärger breit über Empfehlungen und Wünsche der Nato zum Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan. FDP-Fraktionschef Guido Westerwelle verbat sich die «unzulässige Einmischung», wie er auf n-tv sagte. Dass die Nato gern mehr deutsche Soldaten im umkämpften Süden Afghanistans hätte, ist bekannt. Auch, dass Deutschland strikt dagegen ist, sein Engagement auszuweiten.

Mehr in der Netzeitung:
Bisher sind rund 3000 Soldaten im Norden des Landes im Auftrag der Isaf-Mission der Nato unterwegs, um für Frieden zu Sorgen und beim Wiederaufbau zu helfen. Piloten der Truppe fliegen im Süden des Landes Aufklärungseinsätze, deren Erkenntnisse auch dem Anti-Terror-Kampf dienen. Weiterhin können bis zu 100 Soldaten der Bundeswehr-Elitetruppe KSK im Süden gemeinsam mit der US-geführten Anti-Terror-«Operation Enduring Freedom» Terroristen bekämpfen.

Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer hatte wiederholt deutlich gemacht, dass ein Einsatz deutscher Militär-Ausbilder auch im Süden Afghanistans hilfreich wäre. De Hoop Scheffer «hat uns keine Anweisungen zu geben», gab Westerwelle zurück. Die Entscheidung sei eine deutsche Entscheidung. Auch der Unions-Verteidigungspolitiker Bernd Siebert (CDU) grantelte, von zusätzlichen Soldaten für die Ausbildung der afghanischen Armee im Süden Afghanistans «halten wir gar nichts». Deutschland habe mit den schon jetzt geleisteten Aufgaben die Grenze des Machbaren erreicht.

«Keine Druck»

Auch aus den dort engagierten Truppen hatte es Missmut über die Deutschen gegeben. Unter den britischen, kanadischen und niederländischen Kollegen herrsche eine Stimmung nach dem Motto «Ihr da oben trinkt Bier, während wir die Knochen hinhalten», fasste vor Monaten ein Betroffener in der «FAZ» die Stimmung zusammen.

Interview:
Bei seinem Besuch in Berlin ruderte der Nato-Generalsekretär nun ein wenig zurück. «Es gibt keinen Druck auf Deutschland, in den Süden zu gehen», versicherte er nach einem Gespräch mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Steinmeier und Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) betonten, der Schwerpunkt der Bundeswehr werde im Norden bleiben. De Hoop Scheffer sagte, die Schulung afghanischer Polizei und Armee solle Hauptaufgabe des Verteidigungsbündnisses sein. Dies müssten die Beteiligten aber noch besser koordinieren. Jung sagte nach seinem Treffen, es bestehe Einigkeit, dass die internationalen Truppen afghanische Soldaten in den einzelnen Regionen ausbilden und auch regional begleiten.

«Vollkommen verfehlt»

Im Oktober steht im Parlament die Verlängerung der Mandate für die einzelnen Bundeswehr-Engagements in Afghanistan an. Besonders in der SPD, aber auch in der Opposition sind sie nicht unumstritten. Um die Entscheidung über die deutschen Einsätze am Hindukusch zu erleichtern, hatte Nato-General Egon Ramms Deutschland am Donnerstag empfohlen, sich künftig ausschließlich auf die Mitwirkung in der internationalen Afghanistan-Schutztruppe Isaf zu beschränken. Die Bundesregierung könne sich dann aus der umstrittenen Anti-Terror-«Operation Enduring Freedom» verabschieden.

Das wiederum rief die Union auf den Plan, die die Beteiligung Deutschlands mit bis zu 100 KSK-Elitesoldaten im Rahmen von OEF für nicht verzichtbar hält. Nicht die Generäle setzen die politischen Rahmenbedingungen, sondern der Deutsche Bundestag mit den Mandatsentscheidungen, betonte Verteidigungsexperte Siebert. Was der General vorschlage, sei «vollkommen verfehlt». (nz/AP)

 
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