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Zypries: Bei Chemikalienkauf Name registrieren

09. Sep 2007 17:29
Brigitte Zypries
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Die im Sauerland verhafteten Terrorverdächtigen konnten unbehelligt große Mengen Wasserstoffperoxid kaufen, um damit Bomben zu bauen. Deshalb regt Justizministerin Zypries eine Registierungspflicht an.

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hat eine Registrierungspflicht bei dem Verkauf von bestimmten Chemikalien vorgeschlagen, die zum Bombenbau geeignet sind. «Die Tatsache, dass die Chemikalie, um die es bei den drei jetzt gefassten Tätern ging, frei im Handel erhältlich ist, ohne dass der Name registriert wird beim Kauf, halte ich nicht für sonderlich glücklich», sagte Zypries am Sonntag im Deutschlandfunk.

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Sie bezog sich dabei auf die Festnahme von drei Terrorverdächtigen am Dienstag im Sauerland. Die drei – zwei zum Islam übergetretene Deutsche und ein Türkei – hatten sich im Laufe von mehreren Monaten insgesamt zwölf mit 35-prozentigem Wasserstoffperoxid gefüllte Fässer besorgt, mit einem Gesamtgewicht 730 Kilogramm. Daraus hätten sich nach BKA-Angaben Bomben herstellen lassen, deren Gesamt-Sprengkraft 550 Kilogramm TNT entsprechen. Eine 35-prozentige Wasserstoffperoxidlösung ist frei verkäuflich.

Die Sicherheitsbehörden hatten die in einer Garage im Schwarzwald gelagerten Fässer jedoch unbemerkt ausgetauscht und durch eine relativ ungefährliche dreiprozentige Wasserstoffperoxidlösung ersetzt. Die Terrorverdächtigen sollen US-Einrichtungen in Deutschland im Visier gehabt haben. Medienberichten vom Wochenende zufolge sollen die Vorbereitungen für Anschläge der drei Männer offenbar wesentlich konkreter als bisher bekannt gewesen sein.

Demnach wurden sie massiv aus Pakistan unter Druck gesetzt, noch im September zuzuschlagen. Das Bundeskriminalamt soll laut «Spiegel» Ende August einen Telefonanruf aus Nordpakistan abgehört haben, der den deutschen Islamisten eine Frist von 14 Tagen für die Ausführung des Auftrags setzte.

Nach den Festnahmen der drei mutmaßlichen islamistischen Terroristen haben die Ermittlungsbehörden zudem offenbar Dutzende weitere Verdächtige im Visier. BKA-Chef Jörg Ziercke soll bei der Innenministerkonferenz am Freitag von 49 Personen gesprochen haben, wie die «Welt» berichtete. Eine Sprecherin nannte die Größenordnung «nicht unrealistisch». (nz/AP)

 
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